„Geisterturnier“ findet ohne die Löwen statt | Neue Braunschweiger
29. April 2020
Sport

„Geisterturnier“ findet ohne die Löwen statt

Basketball-Bundesliga: Zehn Teams wollen die Saison fortsetzen – Genehmigung steht noch aus

Die Fans werden in dieser Saison keine Körbe mehr zu sehen bekommen. Foto: SoulClap Media

Braunschweig. Die Entscheidung am Montag glich einem Paukenschlag: Zehn von insgesamt 17 Teams der Basketball-Bundesliga wollen die Saison in einem abgespeckten Modus an nur einem Spielort zu Ende bringen – die Braunschweiger haben indes beschlossen, diesen Weg nicht mitzugehen.

„Es sind natürlich wirtschaftliche Faktoren, die die zentrale Rolle spielen“, begründet Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt seine Entscheidung, die viel Verständnis, aber auch Kritik erntete.

Während die Saison für die Löwen damit beendet ist, geht ihr Crowdfunding weiter. Seit dem Start auf fairplaid.org am Freitag wurden schon fast 50 Prozent der angepeilten Zielsumme (50 000 Euro) eingesammelt.

Der Plan der Basketball-Bundesliga sieht vor, dass die zehn teilnehmenden Mannschaften – aus München, Ludwigsburg, Crailsheim, Berlin, Oldenburg, Vechta, Bamberg, Göttingen, Ulm und Frankfurt – die Saison zunächst in zwei Fünfergruppen und danach in drei Playoff-Runden zu Ende spielen und somit einen Deutschen Meister küren. Das Ganze vor leeren Rängen an einem ausgewählten Spielort, der bis zum 4. Mai bestimmt wird. Absteiger wird es keine geben.

Die sieben Klubs, die sich an diesem „Geisterturnier“ nicht beteiligen, werden in der Saison-Abschlusstabelle hinter den zehn Teilnehmern einsortiert – in der der Reihenfolge der bisher absolvierten Hauptsaison. Die Löwen-Basketballer beenden die Saison damit auf Rang zwölf.

Sebastian Schmidt, Geschäftsführer der Löwen, hatte sich schon in der vergangenen Woche gegenüber der NB skeptisch über eine mögliche Fortführung der Saison geäußert. Dennoch, beteuert er, hätte man sich an dem nun einstimmig von den Vereinen beschlossenen Turnier nur zu gerne beteiligt. Doch vor allem die wirtschaftlichen Gegenargumente wogen zu schwer, sagt Schmidt: „Wir müssten die Spielergehälter alle wieder hochfahren. Das heißt von Mitte Mai bis Ende Juni, sechs Wochen lang. Das wäre ein ordentlicher Betrag, den wir uns in der aktuellen Situation gar nicht leisten können. Wir kämpfen hier am Standort gerade wirklich ums Überleben.“

Den Vorwurf der Mut- oder Visionslosigkeit, der den Löwen in einem Kommentar der Braunschweiger Zeitung gemacht wurde, weist der Sportmanager entsprechend entschieden zurück: „Es ist mir ein Rätsel, wie man uns mutlos nennen kann, während wir um das Überleben des Standorts kämpfen und versuchen, hunderttausende Euros zu kompensieren.“ Durch die Corona-Krise waren den Löwen die Einnahmen von sieben Heimspielen verloren gegangen: rund 400 000 Euro.

Bis zum 18. Mai erwartet die Liga eine behördliche Genehmigung für ihr Spiel- und Trainingskonzept einschließlich der entsprechenden Hygiene-Maßnahmen. Im Juni, innerhalb von drei Wochen, soll die Saison dann beendet werden. Schmidt hofft, dass dann auch die derzeit zumeist in ihren Heimatländern weilenden Importprofis mit vor der Partie sind – um der Qualität willen: „Wenn der Wettbewerb genehmigt wird, hoffe ich, dass er ein guter Wettbewerb wird und dass er den Basketball in ein gutes Licht rückt.“

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