8. September 2021
Umwelt

Schilder rund um den See

Füttern verboten: Hinweise an den Zugängen zum Dowesee zeigen bislang wenig Wirkung

Mit zusätzlichen Schildern soll an das Fütterungsverbot am Dowesee erinnert werden. Archivfoto: Karsten Mentasti

Siegfriedviertel. Rochus Jonas freut sich, dass die Rettung des Dowesees jetzt gemeinsam angepackt wird. Auf vielen Ebenen werde miteinander gesprochen und nach Lösungen gesucht, berichtet er der NB.

Als Anwohner, Naturschützer und nicht zuletzt als Mitglied des Stadtbezirksrates liegt Rochus Jonas (Bündnis 90/Die Grünen) die Naturidylle am Herzen. Und nicht nur ihm, die Mehrheit im Stadtbezirksrat sieht das genauso. Auch die Stadtverwaltung sitzt mit im Boot.
Anfang August hatte die NB über die schlechte Wasserqualität berichtet. Das biologische Gleichgewicht des Dowesees steht auf der Kippe. Alle sollen mithelfen, um den kleinen See im Schul- und Bürgergarten zu entlasten, indem sie sich an das ohnehin geltende Fütterungsverbot halten.

Wasserqualität verbessern

Denn: Dem Dowesee geht es schlecht. Nicht zuletzt deshalb, weil Spaziergänger und Besucher den dort lebenden Enten, Gänsen und auch Nutrias etwas Gutes tun möchten und sie gern und viel füttern. Futterreste, aber auch der Kot der Tiere haben eine ungewollte Kettenreaktion in Gang gesetzt.
Das Wasser des kleinen Sees ist überdüngt, wie Wasseranalysen bestätigten. Zu sehen ist das an den vielen Wasserlinsen, die zum ersten Mal im vergangenen Jahr die Wasseroberfläche komplett bedeckten. In diesem Sommer bietet sich das gleiche Bild. Kurzfristig soll eine Sprudelanlage zusätzlichen Sauerstoff ins Wasser bringen. Noch ist kein Patentrezept gefunden worden, wie die Wasserlinsen (und damit die überschüssigen Nährstoffe) schnell, kostengünstig und effektiv entfernt werden können. Ein erster Praxistest war abgebrochen worden, jetzt werden Alternativen geprüft.
Außerdem bekommen die Fütterungsverbotsschilder in den Eingangsbereichen Verstärkung. Auch auf dem Gelände verteilt will die Stadtverwaltung mit fest verankerten bodennah angebrachten Schildern an das Verbot erinnern. Ein Karton voller Schilder steht schon bereit. Rochus Jonas setzt auf das Verständnis der Menschen. Vielen seien die Zusammenhänge nicht klar, sagt er. Eine neue Schautafel im Schaukasten des regionalen Umweltzentrums erläutert die Zusammenhänge. Auch im Bereich der Wissensvermittlung soll noch einmal nachgebessert werden, um die Akzeptanz des Verbots zu erhöhen.

Zusammenhänge erklären

Rochus Jonas ist klar: „Mit Schildern können wir nicht alle erreichen.“ Aber wenn viele mitmachen, dann wäre das ein Anfang, damit der Dowesee eine Zukunft hat und nicht vollends zur Kloake verkommt.
Die possierlichen Nutrias sind überdies ziemlich vermehrungsfreudig, was aus Naturschutzsicht ebenfalls problematisch ist. Die Tiere – Neubürger aus Südamerika – fühlen sich mittlerweile in ganz Deutschland wohl, buddeln sich hier durch Uferzonen, fressen Schilf, Muscheln und anderes. Schon werden sie als Plage gesehen und zunehmend bejagt.

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