30. November 2020
Tipps

Schnell, aber nicht neutral

Verbraucherzentrale: Augen auf bei Vergleichsportalen

Vergleichsportale bieten auf den ersten Blick einen bequemen Überblick über Angebote. Symbolfoto: Pixabay

Hannover/Braunschweig (bw). Ende November steht für viele Verbraucher die Frage nach einem Wechsel der Kfz-Versicherung an. Was liegt da näher, als einen Blick auf die gängigen Vergleichsportale zu richten?

Aber bieten diese tatsächlich schnelle Hilfe und einen guten Marktüberblick?
Die Verbraucherzentralen haben umfassende Informationen zusammengestellt, um zu einer kritischen Nutzung von Vergleichsportalen anzuregen.
Um Preise vergleichen und den günstigsten Tarif finden zu können, setzt fast jeder zweite Internetnutzer auf Vergleichsportale. Bei genauerer Betrachtung des Geschäftsmodells zeigt sich jedoch: Die Portale sind meist weder neutral, noch handeln sie uneigennützig.
„Der vermeintlich kostenfreie Vergleich wird mehrheitlich durch die Provisionen der Anbieter für Vertragsabschlüsse finanziert“, erklärt Kathrin Körber, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Niedersachsen. „Die Portale verdienen nur, wenn über sie auch Verträge abgeschlossen werden. Und das am besten bei dem Anbieter, der die höchste Provision zahlt.“

Die Anbieter wiederum stehen unter dem Druck, auf einem der ersten Plätze des Vergleichs erscheinen zu müssen – wer weiter unten im Ranking auftaucht, hat kaum Chancen auf neue Kunden. Ein Geschäftsmodell voller Fehlanreize, das zu Intransparenz und falschen Versprechungen einlädt. Kein Wunder also, dass die Verbraucherzentralen immer wieder Beschwerden von Kunden erreichen, die im Nachhinein enttäuscht sind vom geschlossenen Vertrag – etwa, weil sie die versprochenen Prämien oder Boni nicht erhalten, von Zusatzkosten überrascht oder bei Vertragsproblemen allein gelassen werden.

„Die Portale bieten die Möglichkeit, sich einen Marktüberblick zu verschaffen und Preise und Leistungen zu vergleichen“, so Körber. „Allerdings ist es wichtig, die Tricks und Fallstricke zu kennen und die richtigen Voreinstellungen vorzunehmen.“

Um einen kritischen Umgang mit Vergleichsportalen zu ermöglichen, haben die Verbraucherzentralen umfangreiche Informationen zusammengestellt, etwa eine interaktive Grafik und eine Checkliste: www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de/vergleichsportale

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