„Schnell aufzugeben war nie meine Stärke“ | Neue Braunschweiger
9. Oktober 2015
Sportliches

„Schnell aufzugeben war nie meine Stärke“

Judo: Der BJC will am Samstag (17 Uhr) die Klasse halten – Teamchef Honner Hornuß steht seit 60 Jahren auf der Matte.

In seinem zweiten Zuhause fühlt er sich wohl: Honner Hornuß im Dojo des BJC. Foto: Hübner

Von Christoph Matthies, 09.10.2015.

Braunschweig. Wenn der Braunschweiger Judo Club am Samstag um 17 Uhr im Dojo an der Eisenbütteler Straße die Kämpfer vom TSV Hertha Walheim herausfordert, geht es um nicht weniger als den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Das lässt auch Honner Hornuß nicht kalt, auch wenn der Teamchef und Vorsitzende des BJC schon so manchen Auf- und Abstieg erlebt hat.

Seit sage und schreibe 60 Jahren steht Hornuß auf der Judo-Matte. Er weiß noch, wie er damals als 14-Jähriger erstmals in der Turnhalle in der Reichsstraße vorbeischaute. Das war 1955, Judo war noch nicht so populär, der Post SV der einzige Verein in Braunschweig, der den Kampfsport anbot. „Ich wurde von einem Freund, der schon länger dort trainiert hatte, überredet mitzukommen“, erinnert er sich. Damals war er noch schmächtiger, Judo sollte ihm auch dabei helfen, selbstsicherer zu werden.

Gekämpft wurde in den Fünfzigern anders als heute. „Es war noch nicht so athletisch und kraftvoll, dafür mehr belauern, überlisten, taktieren und die richtige Chance abwarten.“ Das Technische hätte damals noch mehr dem Judo-Prinzip entsprochen.

Verletzungen gab es da natürlich auch schon, und vielleicht hätte der Braunschweiger Judo-Sport eine ganz andere Richtung eingeschlagen, wenn Hornuß sich hätte entmutigen lassen, als er sich bereits nach sechs Wochen an der Hand verletzte. „Die anderen haben die Neuen im Grunde als Wurfmaterial benutzt“, sagt er und schmunzelt, wenn er zurückdenkt. „So schnell aufzugeben war aber noch nie meine Stärke.“

Der 74-Jährige kann viel erzählen über seine Geschichte und die des Braunschweiger Judos, die teilweise eng verknüpft sind. 1959 folgte erst der Wechsel zu den Freien Turnern, vier Jahre später dann zum neugegründeten BJC. Von Mascherode zog der Verein 1974 in die Eisenbütteler Straße um. Hornuß blieb all die Jahre an Bord, als Kämpfer, Trainer, Vorsitzender, Teamchef und guter Geist des heute drittgrößten Judo-Clubs Niedersachsens. Noch immer ist er mehrmals pro Woche als Trainer tätig, egal ob mit Kindern oder Senioren.

„Judo ist mein Leben und war immer meine Aufgabe“, sagt Honner Hornuß, der keinen Gedanken ans Aufhören verschwendet. Gern würde er mit dem Team noch mal in die 1. Liga aufsteigen. Der Klassenerhalt am Samstag wäre da ein guter Anfang.

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