Schoduvel: Alle bekommen ihr Fett weg | Neue Braunschweiger
22. Februar 2017
Tipps

Schoduvel: Alle bekommen ihr Fett weg

Ob Politiker oder VW – der Karnevalszug am Sonntag in Braunschweig nimmt aktuelle Themen aufs Korn.

Der Wagen zum Reformationsjubiläum.

Von Birgit Leute.

Braunschweig. Wieder etwas größer, wieder etwas bunter: Wenn sich am 26. Februar der Schoduvel – Norddeutschlands längster Karnevalsumzug – durch die Straßen von Braunschweig windet, werden dieses Mal 140 Motivwagen, mehr als
40 Musikzüge und rund 1000 Spielleute für Stimmung sorgen.

„Neben vielen Teilnehmern aus unserer Region haben wir auch Gruppen aus Belgien und Bulgarien dabei“, freut sich Zugchef Gerhard Baller und macht schon einmal neugierig: „Die Kostüme vom Balkan erinnern sehr an die alpenländische Fastnacht und den Scheuchteufel, der ja auch typisch für den Braunschweiger Karneval ist.“ Die Truppe passt damit wunderbar zum diesjährigen Motto „Helau, wir tun es allen kund, der Schoduvel bleibt frei und bunt“. Start des sechs Kilometer langen Lindwurms ist gegen 12.40 Uhr am Europaplatz, das Ende ist gegen 15.30 Uhr an der Stadthalle vorgesehen. Je nach Wetter – und natürlich hoffen die Karnevalisten auf strahlenden Sonnenschein – wird mit 180 000 bis 250 000 Zuschauern gerechnet. Um ihnen das Warten am Straßenrand zu versüßen, haben Wagen und Fußgruppen rund 30 Tonnen Schokolade, Bolchen, Stofftiere und den neukreierten „Braunschweiger Komitee-Kuchen“ im Gepäck.

Ganze Arbeit geleistet haben wieder die drei Braunschweiger Künstlerfirmen, die jedes Jahr die Motivwagen gestalten und natürlich auch dieses Mal die Mächtigen dieser Welt und aktuelle Themen durch den Kakao ziehen – allen voran den neu gewählten US-Präsidenten. So viel sei verraten: Donald Trump bekommt im Braunschweiger Karnevalsumzug gehörig sein Fett weg, aber auch Angela Merkel und Horst Seehofer und die VW-Krise werden auf die Schippe genommen. „Neu ist auch ein Wagen zum 500. Jubiläum der Reformation“, sagt Baller – allerdings werde dieser nicht nur Feierlaune, sondern auch eine tiefere und durchaus kritische Botschaft verbreiten. „Wir wollen zeigen, was wir unter der Freiheit des Christentums verstehen“, so der Zugchef. Durch die traurige Aktualität ist auch der Wagen „Terror trifft uns alle“ wieder dabei, genauso wie der Wagen „Baris – Frieden“, auf dem Bürger des Nahen Ostens mitfahren.

Prominenz ist auf dem Wagen des Zugchefs vertreten: Oberbürgermeister Ulrich Markurth feiert Seite an Seite mit Stephan Schostok, Oberbürgermeister von Hannover, sowie Dr. Jörg Mielke, Chef der Staatskanzlei. Vertreter der Region, darunter der stellvertretende Landrat Rolf-Dieter Backhauß aus Helmstedt, stehen auf dem Motivwagen „Alle in einem Boot“.

Auch interessant