6. Februar 2021
Buntes

Schoduvel in Miniatur

Narren planen am 14. Februar einen Umzug der besonderen Art

Die silberne Eiskönigin im Miniatur-Format. Sie wird am 14. Februar über einen ebenso kleinen Altstadtmarkt rollen. Wagenbaukünstler Torsten Koch hat die Innenstadt nachgebaut. Foto: BZV-Archiv/Comes

Braunschweig. Nein, unterkriegen lassen sich die Narren in Braunschweig nicht. Lockdown hin oder her. „Aber“, räumt Zugmarschall Gerd Baller ein, „ich schaue schon ins nächste Jahr und hake die Zeit jetzt so schnell wie möglich ab.“ Welche Pläne gibt es für den Tag des Umzugs, der ja immer zu den Höhepunkten im Braunschweiger Karneval zählte? Wir haben uns beim Braunschweiger Zugmarschall erkundigt.

Herr Baller, eigentlich befinden wir uns gerade in der heißen Phase des Karnevals. Für Dreigestirn, Büttenredner und Garden würde sich jetzt Auftritt an Auftritt reihen. In manchen Städten absolvieren die Narren tatsächlich coronakonforme Mini-Auftritte. In Braunschweig hat man sich dagegen entschieden. Warum?

Weil es durch die Bestimmungen einfach nicht machbar ist. Eigentlich hatten wir ein Projekt namens „Helau-TV“ geplant. Wir wollten in der Stadthalle eine Karnevals-DVD mit allen Beteiligten produzieren und diese kleineren Veranstaltungen zur Verfügung stellen. Doch dann kam der zweite und später der verschärfte Lockdown. Wir haben also schweren Herzens alles abgesagt – auch, weil die Stadthalle inzwischen zum Impfzentrum wurde. Immerhin: Wir konnten noch den 11.11. im kleinen Kreis in der Dornse feiern. Und wir haben dort unseren Prinzen proklamiert. Das gab es an diesem Tag in keiner anderen Karnevalshochburg.

So ganz ohne närrisches Treiben wird der Tag des Schoduvels am 14. Februar allerdings nicht ablaufen. Was haben Sie geplant?

Auch hier mussten wir uns einen Plan C überlegen, nachdem Plan B nicht mehr funktionierte. Denn eigentlich hatten wir auf dem Schlossplatz ein Karnevalsforum angedacht sowie einen Tag der offenen Tür im Schoduvel-Zentrum in Kralenriede. Beide findet jetzt digital statt. Außerdem wird es ab 13 Uhr einen Miniatur-Schoduvel unter dem Motto „Miteinander – Füreinander“ geben. Dafür wurden die Zugstrecke und die Prunkwagen im Kleinstformat nachgebaut. Kurz: In diesem Jahr legen wir einen anderen Schwerpunkt. Wir wollen die Tradition und Geschichte des Braunschweiger Karnevals, der immerhin zu den ältesten in Deutschland gehört, näher bringen.

Echte Karnevalisten sind nicht nur an den närrischen Tagen aktiv. Vor allem die Gardetänzerinnen trainieren rund ums Jahr. Wie haben sie sich mit der Situation arrangiert?

Sie tanzen natürlich weiter. Zum Teil gibt es Einzeltrainings, zum Teil wird gemeinsam online geübt. Es gibt sogar kleinere Wettbewerbe…

Der Karneval ist auf Einnahmen angewiesen. Eintrittskarten und Schoduvelbändchen fallen allerdings durch Corona weg. Haben Sie mit Einbrüchen zu kämpfen?

Wir haben keine Werbeeinnahmen, das stimmt, aber treue Sponsoren, die uns genauso wie die Wirtschaft in dieser Zeit unterstützen, damit wir unsere alternativen Programme im Netz anbieten können. Im Vergleich zu anderen Veranstaltern kommen wir also gut durch die Krise. Ich bin allerdings überzeugt, dass der Kultur- und Veranstaltungsbereich nicht ewig im Lockdown blieben kann. Ohne uns wird es allmählich still!“.

Mehr zum Miniatur-Schoduvel (Sonntag, 14. Februar) und zum Programm lesen Sie in der NB am 13. Februar.

Auch interessant