„Schön wieder auf dem Grün zu stehen“ | Neue Braunschweiger
25. April 2020
Sport

„Schön wieder auf dem Grün zu stehen“

Eintracht-Kapitän Nehrig wieder zurück – DFL-Solidarfonds für Drittligisten wirft Fragen auf

Bernd Nehrig (hier beim Spiel in Duisburg) ist trotz der ungewöhnlichen Lage froh über den Trainingsauftakt. Foto: MaBoSportimago images

Braunschweig. Unter ungewöhnlichen Bedingungen versammeln sich die Löwen seit vergangenen Mittwoch auf dem Trainingsplatz. In Kleingruppen und mit zahlreichen Schutz- und Hygienevorschriften verbunden bereiten sich die Akteure von Marco Antwerpen auf eine Fortsetzung der aktuellen Spielzeit vor.

Am vergangenen Donnerstag hatte die DFL bei der öffentlichen Vorstellung ihres Durchführungs- und Sicherheitskonzepts für den Spielbetrieb in den ersten beiden Ligen zudem erklärt, dass die Drittligavereine ebenso wie die Clubs der Frauen-Bundesliga von einem Solidarfonds profitieren sollen. Dieser soll die Clubs bei der Saisonfortsetzung mit Geisterspielen zumindest teilweise für wegfallende Zuschauereinnahmen entschädigen, berücksichtigt die krassen Unterschiede in Sachen Fangunst allerdings nicht.

„Sechs Wochen ohne Training hab ich bislang noch nie erlebt. Trotz der ungewöhnlichen Situation war es einfach schön, wieder auf dem Grün zu stehen und den Ball am Fuß zu haben“, berichtet Bernd Nehrig über den ungewöhnlichen Auftakt. Der Kapitän hatte seine Muskelverletzung ebenso wie Stephan Fürstner in der Corona-bedingten Trainingspause auskuriert und konnte nun wieder mit seinen Teamkollegen auf dem Feld stehen, die sich in mehreren Kleingruppen über den Tag verteilt auf weitere Punktspiele vorbereiten. „Natürlich haben wir Regelungen, an die wir uns halten. Aber es tat einfach gut, die Jungs wieder zu sehen. Ein bisschen miteinander lachen und Späße machen, das hat mir gefehlt“, so der 33-Jährige.

Klar ist mittlerweile, dass es einen Solidaritätsfond für die dritte Liga und die Bundesliga der Frauen geben wird. Dabei sollen 7,5 Millionen Euro aus einem DFL Fond anteilig unter den Teams aufgeteilt werden. Ausgenommen davon sind die Vereine, deren erste Herrenmannschaft aktuell zu den DFL-Clubs zählt. Dies betrifft in der dritten Liga lediglich die U23 des FC Bayern, in der Frauen-Bundesliga jedoch die Hälfte des Teilnehmerfeldes. „Es gibt keine Bedingungen, alle Mannschaften erhalten die Summe zu gleichen Teilen. Neben den Drittligisten werden wir auch die Frauen-Bundesligisten unterstützen. Die Vereine, die selbst in der ersten oder zweiten Bundesliga spielen, verzichten auf ihre Anteile“, so DFL-Präsident Seifert.

Davon ausgehend würde jeder Verein rund 300 000 Euro an Unterstützung erhalten, was die durch Corona entstandenen Verluste vielerorts jedoch nicht annähernd abdecken dürfte. Zudem sind Fanmagneten wie Eintracht oder der 1. FC Kaiserslautern, die bei Heimspielen bislang im Schnitt 18 458 beziehungsweise 19 280 Besucher begrüßen dürften, bei der geplanten Regelung gegenüber den Clubs benachteiligt, die sich am unteren Rand der Zuschauerstatistik bewegen. Zwar wird mit der U23 des FC Bayern (Zuschauerschnitt 2547) das Team mit den wenigsten Besuchern bei der Verteilung nicht berücksichtigt, die knapp davor rangierenden Teams aus Großaspach (Im Schnitt 2587 Zuschauer), Viktoria Köln (2782) und KFC Uerdingen (3239) profitieren jedoch wesentlich stärker als die „Zuschauerkrösusse“.

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