10. September 2021
Buntes

Schönes Abenteuer unter Tage

75 Jahre: BZ-Jubiläumstour führte zum Weltkulturerbe in den Rammelsberg

Ein Grubenführer zeigt den BZ-Lesern Erzbrocken aus dem Rammelsberg. BZ-Archiv/Julian Belz

Goslar (sd). Mit Taschenlampen den Stollen erkunden und dabei auf Schatzsuche gehen, Silbermünzen selbst prägen, die Sprache der Bergleute kennenlernen und einen Blick auf die riesigen Wasserräder werfen: 42 Leserinnen und Leser der Braunschweiger Zeitung haben sich diese Chance nicht entgehen lassen.

Die BZ ist in diesem Jahr 75 Jahre alt geworden und hatte aus diesem Anlass ein exklusives Programm im ehemaligen Bergwerk und Weltkulturerbe Rammelsberg zusammengestellt. Dort konnten die Teilnehmer anhand von zwei verschiedenen Touren und Führungen hautnah ein Stück Bergwerksgeschichte erleben, die in Goslar erst 1988 zu Ende ging.

„Wir wollten den Leserinnen und Lesern etwas besonderes bieten. Deshalb haben wir zusammen mit dem Team vom Rammelsberg ein Programm ausgearbeitet, das es so geballt sonst nicht gibt, wenn sie das Bergwerk privat besuchen“, erzählt Birgit Bartosch vom Team der Leserreisen.
Gemeinsam erkundeten die Teilnehmer einen Teil des Roeder-Stollens und die riesigen Über-Tage-Anlagen. Sie konnten mit dem in den 1930er Jahren gebauten Schrägaufzug fahren und im ehemaligen Bergwerk die Bergwerkstechnik der letzten 200 Jahre erleben. Mit den Siemens-Loks von 1975 fuhren die Besucher in den Berg ein. Untertage ging es zu den alten Aufzügen aus dem frühen 20. Jahrhundert. Und weitere hundert Jahre zurück blickte man beim Besuch eines Kehrrades, das einen Durchmesser von zehn Metern hat. Vier solcher Wasserräder ließ Oberbergmeister Johann Christoph Roeder ab 1797 im Berg installieren. Eine weltweit einzigartige Konstruktion.

Als Andenken an dieses besondere Erlebnis gab es für jeden Teilnehmer eine frisch geprägte Münze – zwar nicht aus echtem Rammelsberger Silber, aber dafür unter den wachsamen Augen von Tourguide Richard Rudolf an der Münzprägemaschine selbst geprägt. Er erzählt: „Lange durfte Goslar eigene Münzen prägen“. Erst 1764 sei damit Schluss gewesen. Das Silber für die Geldstücke stammte früher aus dem Rammelsberg. Ohne ihn und seine reichen Erzvorkommen, erfahren die Besucher, hätte es die wohlhabende Kaiserstadt Goslar wohl nie gegeben.

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