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Schubert: „Es kam auf jedes Tor an“

Eintracht-Trainer fühlt mit dem Gegner mit – Burmeister von Schmähplakat unbeeindruckt

Freude bei Trainer André Schubert und den Eintracht-Spielern. Susanne Hübner

Braunschweig. Grenzenlose Erleichterung bei den Eintracht-Spielern nach Abpfiff der Partie gegen Energie Cottbus. Hinter ihnen lagen die wohl schwersten 95 Minuten der gesamten Spielzeit, die letztlich jedoch ein glückliches Ende für die bis zum Winter arg gebeutelten Löwen nahm.

„Wir freuen uns, dass wir durchatmen können“, war André Schubert nach dem Abstiegskrimi erleichtert. Seine Mannschaft hatte beim 1:1 im direkten Duell gegen Cottbus einen Tick mehr Nervenstärke bewiesen und die ohnehin schon sensationelle Aufholjagd mit dem Klassenerhalt gekrönt. Anschließend durfte sich der Eintracht-Trainer, mehr als ihm selbst lieb war, in seiner Prognose bestätigt sehen, dass ein enges Saisonfinish bevorstehen würde.

„Alles, was wir erwartet hatten, ist eingetreten, alles ging bis zum letzten Spieltag. 45 Punkte haben gereicht und letztlich kam es auf jedes Tor an“, so der 47-Jährige, der auch die Eigendynamik des Nervenspiels in Durchgang zwei ahnte. Der war von Hektik und Kampf mit offenen Visieren geprägt: „In der Halbzeit habe ich meinen Spielern gesagt, dass wir die Nerven bewahren müssen, doch die Dinge nehmen dann eine Dynamik an, die man nicht immer korrigieren kann. Es ist eine Menge passiert, worauf wir reagieren mussten. Letztlich sind wir froh, dass wir das Spiel mit ein bisschen Glück über die Ziellinie gerettet haben.“

Trotzdem dachte er in den Momenten des Triumphs auch an den Kontrahenten aus der Lausitz, der das Klassenziel mit Coach Claus-Dieter Wollitz um Haaresbreite verfehlt hatte: „Ich leide im Moment mit den Cottbusern mit, man steckt ganz viel Arbeit und Leidenschaft rein und am Ende fehlen dir dann Zentimeter. Cottbus hat eine gute Rückrunde gespielt, beide Teams hätten den Klassenerhalt heute verdient gehabt.“ Auch die Eintracht-Spieler versuchten, den Gegnern Trost zu spenden. Energie-Keeper Avdo Spahic sank nach Abpfiff weinend in den Armen von Julius Düker zusammen, während Onur Bulut seinen ehemaligen Bochumer Teamkollegen Fabian Holthaus ebenso tröstete wie Yari Otto Energie-Torjäger Streli Mamba.

Als sich die Löwen gerade vor der Südkurve versammelt hatten, um gemeinsam mit den Fans zu feiern, sorgte ein plötzlich ausgerolltes gegen Eintracht-Abwehrspieler Felix Burmeister gerichtetes Transparent („Der letzte Kuckuck muss aus dem Nest – Burmeister zurück zur roten Pest“) für Misstöne. Schnell wurde das Plakat jedoch wieder abgerissen, während der überwiegende Teil der Eintracht-Anhänger den Abwehrspieler mit „Burmeister“-Sprechchören feierte. Der 29-Jährige wurde schließlich von seinem Teamkollegen Onur Bulut auf die Schultern genommen und durch das Stadionrund getragen: „Ich fand es umso schöner, wie die anderen Fans mich gefeiert haben und das Plakat, was ich gar nicht gesehen habe, wettgemacht haben“, gab sich Burmeister unbeeindruckt und feierte mit Fans und Teamkollegen das Erreichen des großen Ziels.

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