Schubert will nichts beschönigen

Fußball: Der Eintracht-Trainer redet nach der 0:3-Niederlage bei Preußen Münster Tacheles

Trainer Andre Schubert (Eintracht Braunschweig). Foto: SH

Braunschweig. Für Eintracht Braunschweig wird es in der 3. Liga immer enger. Mit 0:3 (0:2) unterlagen die Löwen am Montagabend bei Preußen Münster und begünstigten den Erfolg des Gegners einmal mehr durch individuelle Patzer. Im Heimspiel gegen den VfR Aalen am Samstag wird ein Sieg fast schon zur Pflicht, um nicht hoffnungslos ins Hintertreffen zu geraten.

„Münster ist aus meiner Sicht die beste Mannschaft gewesen, gegen die wir gespielt haben“, erklärte Trainer André Schubert nach dem Spiel und gab ohne Umschweife zu, dass sein Team sich mit der Spitzenmannschaft „auf so einem Leistungsniveau“ nicht habe messen können.

Mit fünf personellen Wechseln waren die Löwen in die Partie gegangen und hatten sich in den ersten 15 Minuten durchaus ebenbürtig mit den Gastgebern gezeigt, kassierten dann aber zwei vermeidbare Gegentreffer durch Martin Kobylanski (19./26.). Fehlerbehaftete „Automatismen“ waren für den Eintracht-Coach einmal mehr der Grund dafür, dass seine Mannschaft bei den Westfalen kein Bein auf die Erde bekam: „Ein langer Ball heißt Viererkette nach hinten absetzen, das haben wir so nicht gemacht und dem Gegner damit im Rücken zur Kette Räume angeboten, durch die er zu Chancen gekommen ist.“ Lediglich einen Pfostenschuss von Leon Bürger (43.) gab es danach auf der Habenseite zu verzeichnen. Nach einer Stunde war die Messe nach dem dritten Kobylanski-Treffer (63.) dann schon gelesen.

„Ich stelle mich grundsätzlich vor die Mannschaft, habe aber keine Lust, irgendwelche Dinge schönzureden“, kritisierte Schubert tags darauf und bemängelte fehlendes Einsatz- und Laufverhalten sowie die taktische Disziplin einiger Akteure: „Ein noch größeres Problem habe ich aber damit, dass bei dem einen oder anderen der Wille und die Aggressivität, sich gegen die Niederlage zu stemmen, gefehlt hat. Ich kann die Enttäuschung der Fans absolut verstehen und erwarte am Samstag gegen Aalen eine entsprechende Reaktion der Mannschaft.“

Ferner kündigte der 47-Jährige neben einer deutlichen internen Ansprache an, in den Wochen vor der Winterpause „sehr genau im Auge zu behalten“, wer sich mit der entsprechenden Einstellung präsentiert und wer nicht: „Natürlich ist es wichtig, eine positive Stimmung in Mannschaft und Umfeld zu entwickeln. Was ich aber absolut erwarten muss, ist, dass ich mich als Spieler mit meiner Aufgabe zu hundert Prozent identifiziere, weiß, dass es hier um die Existenz eines Vereins geht und ich deshalb mit allem was ich habe kämpfe und dagegenhalte.“
Und zwar unabhängig von Vertragsdauer oder Wechselwünschen: „Egal, ob ich hier noch ein Jahr, zwei Jahre oder nur bis zur Winterpause spiele: Alle haben völlig unabhängig von ihren persönlichen Planungen die Verpflichtung, absolut ans Limit zu gehen.“

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