31. Januar 2018
Aktiv

Schüler engagieren sich als Busbegleiter

Die Wolfsburger Polizei und die WVG kooperieren mit fünf Schulen aus dem Stadtgebiet

Von Lotta von Rutenberg

Wolfsburg. Sich für andere ehrenamtlich engagieren, Schwächeren helfen und bei Konflikten vermitteln: Wolfsburger Jugendliche übernehmen jetzt genau diese Rolle als „Schulbusbegleiter“. Die Polizei bildet in Zusammenarbeit mit der Wolfsburger Verkehrsgesellschaft (WVG) junge Schüler in diesem sozialen Projekt aus.
In der vergangenen Woche arbeiteten Polizei und WVG mit Eichendorff-Oberschülern und Gymnasiasten des 8. Jahrgangs in Rollenspielen und Diskussionen am Thema. Unter anderem lernten die Jugendlichen, wie mit der richtigen Kommunikation Streitigkeiten an Haltestellen oder auf Busfahrten entschärft und erhitzte Gemüter beruhigt werden können. In intensiven Schulungen erwarben die Schüler das nötige Wissen, um selbst vorbildhaft mit Besonnenheit und kühlem Kopf zwischen Streithähnen zu vermitteln. Aber nicht nur Streit soll unterbunden werden, sondern auch dem Vandalismus in den Bussen oder an Haltestellen vorgebeugt werden. Sachbeschädigungen sind immer wieder ein Problem, aber auch Gewalt gegenüber Mitschülern oder Fahrgästen ist zu verzeichnen.
Durch das Projekt, an dem neben der Eichendorffschule das Theodor-Heuss-Gymnasium, die Oberschule Wolfsburg, die Realschule Vorsfelde und die Heinrich-Nordhoff-Gesamtschule teilnehmen, sind die Beschädigungen seit Jahren auffallend rückläufig. „Die Straftaten sind seit dem Projektstart im Jahr 2002 um 70 Prozent zurückgegangen“, berichtete Jens Oertelt von der Polizei Wolfsburg. „Die früher als Trophäen so begehrten Nothämmer werden gar nicht mehr geklaut, und Graffiti in oder an Bussen gibt es nur noch vereinzelt. Die Schulbusbegleiter helfen uns mit ihrer Aufmerksamkeit enorm bei unserer Arbeit“, fügte er hinzu. Einen zusätzlichen Aspekt rückt Polizistin Silke Hitschfeld in den Mittelpunkt: „Das Busbegleiter-Zertifikat ist hilfreich bei späteren Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle.“
Mehr als 1.300 Schüler haben bereits die Ausbildung zum Schulbusbegleiter absolviert. Warum machen sie das? „Ich wollte wissen, wie ich mich in brenzligen Situationen richtig verhalten und damit anderen helfen kann“, nennt Achtklässlerin Paya den Grund für ihre Teilnahme. WVG-Busfahrerin Hatice Keim ist voll des Lobes über die Jugendlichen: „Sie opfern ihre Freizeit für diese soziale Aufgabe“, sagt sie. „Es ist schön, wenn man sieht, dass sie so interessiert sind und in der Öffentlichkeit Zivilcourage zeigen.“

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