2. Juli 2022
Buntes

Schüler feiern unter neuem Namen

Aus der „School’s out“-Party am 13. Juli wird „Out for summer“ • Streit um Namensrechte

Im Bürgerpark steigt am 13. Juli endlich wieder eine Party zum Schuljahresende. Foto: Archiv

Braunschweig. Der Staub hat sich gelegt. „Wir haben unsere Lektion gelernt“, zieht Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast einen Schlussstrich unter den Ärger um die Schuljahresabschlussparty, die in den vergangenen Wochen die Wellen hoch schlagen ließ.

Klar ist: Nach zwei Jahren Corona-Pause wird es endlich wieder eine Party am letzten Schultag geben. Klar ist auch: Die Feier am 13. Juli wird nicht mehr „School’s out-Party“ heißen, sondern „Out for summer!“. Im Eiltempo hatten der Stadtschülerrat und die Jugendhilfe einen neuen Namen und ein neues Design gefunden, nachdem die Nutzung des alten Begriffs nicht mehr möglich war.

Sprung ins kalte Wasser

Neonschrift, klassisches Design – Stadtschülerrat und Jugendschutz sind stolz auf das neue Logo der einstigen School’s out-Party. „Das passt zum Neustart“, ist Gina Jane Schmidt zufrieden, räumt allerdings ein, dass die fieberhafte Suche nach einem neuen Namen, „ein Sprung ins kalte Wasser“ gewesen sei. Armbänder und T-Shirts waren zu dem Zeitpunkt längst mit dem traditionellen Namen bedruckt gewesen, sie müssen jetzt ausrangiert werden.

Stellten den neuen Namen für die ehemalige „School’s out“-Party vor (v.l.): Martin Albinus (Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie), Sozialdezernentin Dr. Christine Arbogast, Philipp Heinemann (Sozialarbeiter bei der Jugendförderung) sowie die Vertreter des Stadtschülerrates Mazen Daou, Gina Jane Schmidt, Nils Damm und Sakura Singh (es fehlen Fabian Zöllner, Luca Rosselli und Samuel Haselhuhn). Foto: Bernward Comes

Der Streit um den Namen überraschte auch die Stadtverwaltung. „Es ist Schade, dass am Ende die Schülerschaft darunter leiden muss“, bedauert Martin Albinus, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Familie. Dass der Begriff und seine Nutzung aber im Fokus standen, zeichnete sich schon vorher ab. „2020 trat der Marken-Inhaber an uns heran, um die Verwendung zu klären“, sagt Albinus über die Vorgeschichte. Durch Corona seien die Gespräche erst einmal auf Eis gelegt worden – und dann schlug kurzerhand ein kommerzieller Anbieter zu. Eine Agentur aus Braunschweig unter Leitung von Joris Ameln machte Nägel mit Köpfen und sicherte sich die Namensrechte, noch bevor die Stadt den Finger heben konnte. Der Name, der seit 2005 für die städtische Veranstaltung im Bürgerpark genutzt wurde, war damit aus dem Rennen.
„Das Gute ist: Der neue Name ist jetzt sicher, er ist rechtlich geschützt“, sagt Sozialdezernent Dr. Christine Arbogast über die „lesson lerned“.

Am Konzept ändert sich nichts. Auch „Out for Summer!“ ist kostenlos und in diesem Jahr sogar noch ein bisschen aufwendiger. Durch die coronabedingten Ausfälle 2020 und 2021 stehen zusätzliche Mittel zur Verfügung, außerdem gibt es eine Förderung vom Land aus dem Programm „Startklar für die Zukunft“.

Wie in der Vergangenheit wird die Öffentliche Versicherung das Programm finanziell unterstützen und für eine Hydration Bar und weitere Specials sorgen. Musik kommt von den Rappern „Sin Davis“ und „Negatiiv OG“.
„Es ist ein toller Neustart nach zwei Jahren Pause“, freut sich Gina Jane Schmidt.

Info

Seit 2005 findet am letzten Schultag vor den Sommerferien eine offizielle und kostenlose Party für die Schüler im Bürgerpark statt. Das einstige wilde Gelage sollte damit in geordnete Bahnen gelenkt werden. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste begleiten das Event und sorgen für Sicherheit.

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