Schüler sehen die Zeit davonrennen

Am Freitag wieder Proteste vor dem Rathaus – Klimaschutz nicht auf die lange Bank schieben

„Fridays for Future“: Schüler demonstrieren am 1. Februar vor dem Braunschweiger Rathaus. Foto: Marion Korth

Innenstadt. „Wir sind hier und wir sind laut, weil ihr uns unsere Zukunft klaut … Wir sind hier und wir sind laut …“
„Fridays for Future“: Rund 30 Schüler und obendrein noch einige Vertreter der Initiative Baumschutz hatten sich am Freitag vergangener Woche erneut vor dem Braunschweiger Rathaus versammelt, um daran zu erinnern, dass auch nachfolgende Generationen ein Recht auf eine Zukunft haben. Die allerdings sehen die Schüler durch den Klimawandel und seine Folgen in Gefahr.

„There is no Plan B“ war auf einem der Plakate zu lesen. Die Abschaltung der Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2030 stand als Forderung auf einem anderen Schild. „Die 1,5 Grad müssen eingehalten werden“, setzt Niklas, er ist Schüler am Martino Katharineum, hinzu. Die Angst vor den Folgen des Klimawandels treibt die Schüler auf die Straße. Konkrete Forderungen an den Braunschweiger Rat oder Oberbürgermeister Ulrich Markurth haben die Schüler nicht. Schließlich ist der Ausstieg aus der Kohlenutzung in der Stadt beschlossene Sache. „Der Ort vor dem Rathaus ist symbolisch gewählt“, erläuterte Klara Herbel. Trotzdem hat es sie gefreut, dass der Schulausschuss, der zufällig am Freitag im Rathaus tagte, den Schülern die Gelegenheit gab, vor den Ratsvertretern zu sprechen. Klara ist auch politisch aktiv (siehe Stellungnahme der Grünen Jugend zu den Ergebnissen der Kohlekommission), aber das trennt sie strikt von den Schülerprotesten.

Fortsetzung geplant

Ein vorbeikommender Passant pflichtet den Schülern und ihrer Forderung nach mehr Klimaschutz grundsätzlich bei. Es sei nicht in Ordnung, wenn die Alten alle Ressourcen zu Lasten der Jungen verbrauchen, meint er. Nicht in Ordnung aber sei, dass die Jugendlichen die Schule schwänzen, um zu demonstrieren. Diese Kritik lief dieses Mal jedoch ins Leere – die Schüler hatten Zeugnisferien. Die nächste Freitagsdemonstration ist übrigens für den 15. Februar geplant, Beginn vermutlich um 12 Uhr. Vorbild für die Initiative „Fridays for Future“ in Deutschland ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die seit Monaten immer freitags die Schule bestreikt und mehr Klimaschutz fordert.

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