Schülertickets: Rat gibt grünes Licht

Ab dem Schuljahr 2019/2020 sollen Tickets deutlich günstiger werden

Heute läuft der erste Bürgerworkshop zur Campusbahn.

Braunschweig. Was lange währt, wird endlich gut: Mit breiter Mehrheit hat der Rat gestern kostengünstigere Schülertickets auf den Weg gebracht.

Er setzt damit einen Schlusspunkt unter eine Diskussion, die seit sieben Jahren andauert: Schon 2011 hatte der Stadtschülerrat kostenlose Fahrkarten für alle Schüler gefordert – also auch für Jugendliche ab Klasse elf, Berufsschüler und solche, die weniger als zwei Kilometer von der Schule weg wohnen.

Bislang ohne Erfolg. Denn eines war klar – Gratistickets sind nicht finanzierbar. Jetzt also der Kompromiss: Zum Schuljahr 2019/2020 soll ein günstiges Schülerticket eingeführt werden, das deutlich unter dem aktuellen Abo-Preis von 49,30 Euro liegt.
Bei der gestrigen Abstimmung enthielt sich nur die CDU-Fraktion. Mit Blick auf die Defizite im städtischen Haushalt würde sie gerne Einsparungen an anderer Stelle sehen. „Man darf nicht die Augen vor den finanziellen Folgen verschließen“, mahnte CDU-Fraktionsmitglied Antje Keller an.

Nach dem jetzt beschlossenen Antrag von SPD, Grünen und der Linken soll der Preis für ein Schülerticket der Preisstufe eins künftig zwischen 15 und 20 Euro liegen. „Unser Wunsch wäre eine regionale Lösung“ betont Elke Flake, Fraktionsvorsitzende der Grünen, „doch wenn es erstmal zu einer lokalen Lösung kommt, wäre das auch ein guter Kompromiss.“

Keine Mehrheit fand der Vorstoß der BIBS und AfD für kostenlose Tickets. „Seit Jahren setzen sich die Braunschweiger Schüler dafür ein, dass sie den ÖPNV kostenlos nutzen dürfen. Wir wollen ein Rundum-Sorglos-Paket für sie“, betonte BIBS-Fraktionsmitglied Astrid Buchholz.
Nach einem Gutachten würde eine solche Gratislösung allerdings ein Loch von drei bis vier Millionen Euro in die Kasse der Verkehrs-GmbH reißen.

Auch die jetzt verabschiedete kleine Lösung kostet Geld, denn die Stadt wird das Defizit, das dem Verkehrsverbund entsteht, ausgleichen müssen. Genau das liegt der CDU auf dem Magen.
„Warum sollen Bürger, die nicht von den Tickets profitieren, das Defizit mit ihren Steuergeldern ausgleichen“, gab Anke Kaphammel in einer emotional geführten Debatte zu bedenken.

Am Ende waren sich die Mehrheit im Rat allerdings einig, dass kostengünstige Tickets der richtige Weg seien, „denn wer als Jugendlicher lernt, mit Bus und Bahn zu fahren, wird es auch später machen“, sagt Gisela Ohnesorg von der Fraktion der Linken mit Blick auf die Mobilität der Zukunft.

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