27. August 2022
Bildung

Schulstart ohne Maske und Tests

In diesem Jahr beginnt die Schule (fast) wieder normal, allerdings könnte es im Winter kühl werden

Für rund 2000 Braunschweiger ABC-Schützen beginnt am Montag der „Ernst des Lebens“. In diesem Jahr können sie die Einschulung ohne Maske feiern. Symbolfoto: Pixabay

Braunschweig. Zwei Jahre lang gehörte sie dazu wie Ranzen und Füller. Jetzt beginnt das Schuljahr nach einer gefühlten Ewigkeit fast wieder unter normalen Vorzeichen. Zumindest erst mal.

Klar ist: An den Schulen gilt im Moment weder eine Masken- noch eine Testpflicht, auch wenn das Ministerium weiterhin zu freiwilligen Tests rät. Gerade für die ABC-Schützen ist das eine schöne Nachricht, denn sie können den heutigen Tag der Einschulung ohne Einschränkungen feiern.

Noch liegen die genauen Zahlen nicht vor, aber nach Schätzungen der Verwaltung beginnt voraussichtlich für etwas mehr als 2000 Kinder an den städtischen Grundschulen am Montag der „Ernst des Lebens“. „Die Schulverwaltung rechnet mit einem zahlenmäßig etwas stärkeren 1. Schuljahrgang als im vergangenen Jahr“, teilte Stadtsprecher Rainer Keunecke auf Anfrage der NB mit. Ob den ganzen Herbst und Winter auf die Maske verzichtet werden kann, entscheidet die Corona-Lage. Mitte der Woche hatte die Bundesregierung den Fahrplan ab dem 1. Oktober festgelegt, die letzte Entscheidung liegt bei den Ländern. Ungeachtet dessen gibt es eine weitere Herausforderung: die Gaskrise. Die Stadt muss Energie sparen.

Masken und Tests

Sie sind kein „Muss“ mehr, sondern nur noch ein „Kann“. Mit dem neuen Schuljahr brauchen Braunschweigs Schüler weder im Klassenraum noch auf dem Schulhof eine Maske zu tragen, sie können es allerdings freiwillig tun. Genauso verhält es sich mit den Tests.
Ob diese Freiheit das ganze Winterhalbjahr über gilt, ist noch nicht sicher. Entscheidend ist die Corona-Lage. Da der Präsenzunterricht nach Willen der Bundesregierung in jedem Fall aufrecht erhalten bleiben soll, kann bei steigenden Fallzahlen auch wieder eine Maskenpflicht ab der fünften Klasse eingeführt werden.
Inzidenzen hin oder her: Das niedersächsische Ministerium rät gerade jetzt am Schuljahresanfang zu intensiven freiwilligen Tests. Schüler sollten sich danach möglichst an den ersten fünf Schultagen zu Hause testen, bevor sie zur Schule gehen. Im Anschluss stehen – wie bisher – je zwei Tests pro Woche für jeden zur Verfügung. Eltern von Kita-Kindern bekommen ebenfalls Tests zur freiwilligen Anwendung ausgeteilt. Bis zum Jahresende kann jedes Kita-Kind ab drei Jahren wöchentlich bis zu zwei Lollitests erhalten.

Doch infiziert?

Sollten Kinder trotz alles Vorsicht doch positiv auf Corona getestet werden, müssen sie sich mindestens fünf Tage isolieren und mindestens 48 Stunden symptomfrei sein, bevor sie in Schule oder Kita zurückkehren. Auch ohne Symptome ist eine Rückkehr grundsätzlich erst nach fünf Tagen möglich. Keine Quarantänepflicht besteht dagegen mehr für Kinder und Jugendliche, die nur Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Ihnen wird lediglich geraten, fünf Tage nach der letzten Begegnung auf Treffen mit vielen Personen zu verzichten. Isoliert sich ein Schüler dennoch freiwillig und bleibt dadurch dem Unterricht fern, gilt das nicht als „schwänzen“.

Gaskrise: Besser im dicken Pulli zum Unterricht

Nach der Krise ist vor der Krise. Gerade tasten sich die Schulen vorsichtig zurück zur Normalität, da erwartet sie schon die nächste Herausforderung. Aufgrund des Ukraine-Krieges droht in Herbst und Winter ein Gasmangel. Die Stadt muss Energie sparen und hat auch die Schulgebäude im Blick. „Jede Kilowattstunde an Strom, Fernwärme und Gas, die wir nicht verbrauchen, trägt dazu bei, die Versorgung zu sichern und die Speicher zu schonen“, begründete Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum den Schritt.

Und das ist der Plan: Die Temperatur in den Schulen soll auf 20 Grad Celsius abgesenkt werden, wenn rechtlich möglich sogar auf 19 Grad. Außerdem wird im Herbst noch einmal geprüft, ob die Coronalage ein normales Lüften zu lässt. Bislang wurden alle 20 Minuten die Fenster geöffnet. Kitas sind von der Regelung ausgenommen.

Auch in den Sporthallen ist gutes Aufwärmen vor dem Sportunterricht angesagt: Vor einigen Jahren war dort die Temperatur um zwei Grad auf 17 Grad Celsius angehoben worden. Das wird wieder zurückgenommen; in den Sporthallen herrschen ab sofort nur noch 15 Grad. Aus hygienischen Gründen werde es aber weiterhin warmes Wasser in den Duschen geben, versprach die Stadtverwaltung. „Die Warmwasserbereiter dort und in den Funktionsgebäuden der Vereine bleiben eingeschaltet. Durch entsprechende Hinweise werden die Nutzer aber gebeten, möglichst kurz zu duschen“, heißt es in einer Mitteilung. Weiterhin nicht in der Diskussion ist die Schließung der Schwimmbäder. „Wir müssen hier gut hinsehen“, blieb Sportdezernent Christian Geiger mit Blick auf die Schwimmkurse noch vor ein paar Wochen vorsichtig.

Auch interessant