5. Februar 2022
Sport

„Schwer nachvollziehbar“

Eintracht-Geschäftsführer hadert mit der unterschiedlichen Zuschauerregelung der Länder

Eintracht-Geschäftsführer Wolfram Benz. Foto: Stefan Lohmann/regios24

Braunschweig (red). Fußball-Drittligist Eintracht Braunschweig hat einen durchwachsenen Start ins Jahr 2022 hingelegt. Nach dem Auftaktsieg gegen den Halleschen FC (1:0) folgte eine bittere und vermeidbare Niederlage beim FSV Zwickau und ein eher glückliches Remis im Heimspiel gegen den SC Verl (1:1). Im Anschluss an die Partie gegen die Ostwestfalen pfiffen Teile der 500 Zuschauer im Eintracht-Stadion und buhten ihre Mannschaft aus. „Im Endeffekt war es zu wenig für einen Sieg, das ist klar“, haderte Cheftrainer Michael Schiele.

Nun folgt das komplizierte Auswärtsspiel bei 1860 München (Sonntag, 13 Uhr). Bei den Münchner Löwen avanciert der Ex-Braunschweiger und gebürtige Gifhorner Marcel Bär gerade zum Topspieler. In Bayern erwarten die Einträchtler auch wieder mehr Zuschauer, während Niedersachsen offenbar bei seinem strengen Kurs bleibt. Die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien haben am Mittwoch beschlossen, dass bei überregionalen Großveranstaltungen im Freien bei einer maximalen Auslastung von 50 Prozent bis zu 10 000 Menschen dabei sein dürfen. Die niedersächsische Staatskanzlei hat Veränderungen der Verordnung bis zum 16. Februar aber bereits ausgeschlossen.

„Das Signal der Staats- und Senatskanzleien ist absolut begrüßenswert, darauf haben wir alle gewartet. Es macht grundsätzlich Hoffnung darauf, dass bald wieder deutlich mehr Eintracht-Fans im Stadion dabei sein können, auch wenn die niedersächsische Staatskanzlei bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar eine Änderung ausschließt. Eine bundeseinheitliche Lösung hätten wir sehr begrüßt, leider wird jetzt schon deutlich, dass einige Bundesländer eigene Wege gehen werden. Die nur schwer nachvollziehbaren unterschiedlichen Regelungen der einzelnen Bundesländer haben zu einer gewissen Wettbewerbsverzerrung geführt. Die Emotionalität und das gemeinsame Stadionerlebnis fehlen uns allen und natürlich auch der Mannschaft auf dem Rasen wahnsinnig. Wir hoffen darauf, dass das Land Niedersachsen, welches gerade heute die Winterruhe bis 23. Februar verlängert hat, nach der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz ebenfalls Lockerungen ermöglichen wird. Grundsätzlich sind wir vorbereitet. Aufgrund der dynamischen Entwicklungen haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten unterschiedliche Zuschauer- und Hygienekonzepte ausgearbeitet. Diese werden wir entsprechend umsetzen, sobald die konkreten Rahmenbedingungen, die uns das örtliche Gesundheitsamt vorgibt, klar sind“, erläutert Wolfram Benz, Sprecher der Geschäftsführung von Eintracht Braunschweig.

Beim Team gibt es dafür gut Nachrichten. Neuzugang Fabrice Hartmann hat sich bei den Blau-Gelben gut eingelebt. „Ich bin sehr gut angekommen, die Mannschaft und das Trainerteam haben mich gut aufgenommen“, sagt der in Dessau geborene Profi-Spieler, der von RB Leipzig bis Saisonende in die Löwenstadt ausgeliehen ist. „Meine Stärken sehe ich im offensiven Bereich. Ich kann auf die Kette zudribbeln, kann den Pass spielen, möchte aber auch selbst torgefährlich werden“, erläutert der U-Nationalspieler, der von Cheftrainer Schiele von einem Wechsel überzeugt wurde: „Ich wusste schnell, dass ich unter ihm spielen möchte.“

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