Schwimmspaß für kleine Krabben | Neue Braunschweiger
25. Juli 2020
Buntes

Schwimmspaß für kleine Krabben

Förderverein vom Gliesmaroder Bad unterstützt Ferienaktion – Geld stammt vom Okerjazz

Kinder der Comeniusschule lernen in den Ferien, die Scheu vorm Wasser zu verlieren. Foto: Birgit Wiefel

Gliesmarode. Was tun, wenn Geld da ist, aber nicht ausgegeben werden kann? Corona macht selbst gute Taten ein bisschen komplizierter. Das musste auch der Förderverein Badezentrum Gliesmarode erfahren.

Beim Jazz an der Oker 2019, der Benefizveranstaltung von NB und der Band Saratoga Seven, wurde für den Verein gesammelt. Mehr als 3000 Euro waren damals zusammengekommen, der erste Vorsitzende Gary Blume strahlte. „Ihr Geld ist gut angelegt“, versicherte er damals den zahlreichen Gästen. Tatsächlich konnten bereits verschiedene Aktionen für die Schwimmförderung unterstützt werden. Doch von der Spende war immer noch eine stattliche Summe übrig. Jetzt übergab der Förderverein 800 Euro an das Kinderhaus Brunsviga. Das Geld kommt einer Ferienaktion zugute.

„Das war wirklich nicht einfach“, seufzt Gary Blume am Telefon. Die Corona-Pandemie hatte dem Vorsitzenden des Fördervereins Badezentrum Gliesmaroder einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Noch im vergangenen Jahr konnte der Verein mit der Spende vom Okerjazz Schwimm-Projekte unterstützen (die NB berichtete). Doch von den mehr als 3000 Euro war immer noch etwas übrig. „Durch Corona boten unsere Kooperationspartner wie das Mütterzentrum oder Jugendzentren keine Schwimmkurse an“, erzählt Blume von der langen Suche nach Einrichtungen, die der Verein glücklich machen wollte. Zum Glück stieß Blume kurz vor den Sommerferien und damit sprichwörtlich auf den letzten Drücker auf das Kinderhaus Brunsviga und dessen Leiterin Ute Wasserbauer. „Mit Freikarten im Wert von 800 Euro unterstützen wir jetzt das Ferienschwimmen des Kinderhauses“, erzählt Blume.

Viele Kinder wasserscheu

„Ein tolles Geschenk“ ist Erzieherin Erika Mucha begeistert. Sie bändigt an diesem Tag einen quirligen Haufen von zwölf kleinen Wasserratten im Gliesmaroder Bad. Insgesamt 19 Mal können Kindergruppen des Hauses in den Ferien schwimmen gehen.
Wobei „schwimmen“ schon viel zu weit gefasst ist. „Wir nehmen hier vielen Kindern tatsächlich erst einmal die Scheu vorm Wasser“, sagt Erika Mucha und erinnert sich an ein Kind, das fest davon überzeugt war, unter Wasser lauerten Haie. „Vielleicht hatten ihm die Eltern mal eine Geschichte erzählt oder er hatte einen Film gesehen – jedenfalls waren die Ängste groß. Mit viel Geduld haben wir es geschafft, dass der Junge am Ende ins Becken sprang“, erzählt die 48-Jährige.

Erika Mucha, Erzieherin im Kinderhaus Brunsviga. Foto: Birgit Wiefel

Solche Probleme kennt der achtjährige Jacob nicht. Er trainiert an diesem Morgen fleißig für den Freischwimmer – und für den Urlaub auf Korsika. „Da kann man auch schwimmen, aber wir wollen erst einmal mit dem Kanu fahren“, erzählt Jakob von der großen Reise mit Eltern und Bruder.
„Das Ferienschwimmen ist vor allem für die Familien gedacht, bei denen ein Schwimmbadbesuch aufgrund der Kosten oft hinten runter fällt“, erzählt Erika Mucha. Leidtragende seien dann die Kinder, die nicht oder nur schlecht schwimmen würden.

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