Sebastian Ebel: „Erleichtert und dankbar“ | Neue Braunschweiger
24. Mai 2019
Sport

Sebastian Ebel: „Erleichtert und dankbar“

Der Eintracht-Präsident spricht im NB-Interview über den Klassenerhalt und die Zukunftsplanung des Vereins

Nach dem Klassenerhalt: Rainer Ottinger und Sebastian Ebel. SH

Braunschweig. Nach Abpfiff des letzten Saisonspiels fiel Eintracht-Präsident Sebastian Ebel eine Zentnerlast von der Seele. Die von vielen für aussichtslos erklärte Mission Klassenerhalt war geschafft. Im Winter hatte Ebel bereits seinen Rücktritt zur diesjährigen Jahreshauptversammlung erklärt, nachdem er sich teils heftiger Kritik ausgesetzt gesehen hatte. Trotzdem setzten er und seine Mitstreiter alle Hebel in Bewegung, um den Verein vor dem Totalabsturz zu bewahren. Im NB-Interview spricht Ebel über seine Gefühlslage beim Abstiegsfinale.

Herzlichen Glückwunsch zum Klassenerhalt! Wie haben Sie das Herzschlagfinale erlebt?
Herzlichen Dank! In der ersten Halbzeit gefasst und zuversichtlich, zum Ende des Spiels hin aber zunehmend ausgeliefert und hilflos. Nach dem Schlusspfiff dann riesige Dankbarkeit und Erleichterung und selbstverständlich auch Mitgefühl für die Mannschaft von Cottbus. Anstatt ganz unten zu landen, haben wir nun wieder die Chance anzugreifen, es stand jedoch auf des Messers Schneide.
Wie fühlt es sich für Sie an, das fast aussichtslos erscheinende Ziel mit Eintracht doch noch erreicht zu haben?
Erleichtert und dankbar! Dankbarkeit vor allem gegenüber unserer Mannschaft, dem Trainerteam und unseren Fans. Das Team war der Garant des Erfolgs, dazu die Unterstützung unserer Fans in den letzten Wochen, die einfach herausragend gewesen ist. Ganz besonders möchte ich mich bei unserem neuen Geschäftsführer Wolfram Benz und seinen Mitarbeitern bedanken. Gerade vor dem Hintergrund der Reduktion der Mitarbeiterzahl ist deren Motivation in dieser Situation sehr wertzuschätzen. Nicht zuletzt gilt mein Dank auch meinen Kollegen im Aufsichtsrat. Neben dem persönlichen Zuspruch hat jeder sich mit seinen Kompetenzen intensiv und uneigennützig eingebracht.

Gab es einen bestimmten Moment, von dem an Sie an die Rettung geglaubt haben?
Nach der Winterpause hatte ich aufgrund der Veränderungen ein besseres Gefühl als zuvor. Nach dem 3:0 gegen Uerdingen am Ostermontag wurde der Optimismus dann größer.

Welche(r) Spieler hat/haben Sie am meisten beeindruckt?
Wie die Mannschaft zusammengerückt ist, hat mich am meisten beeindruckt. Natürlich hat Marc Pfitzner einen besonders bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Aber auch Stephan Fürstner, Bernd Nehrig, Robin Becker, Jasmin Fejzic, Niko Kijewski, Philipp Hoffmann und jeder andere im Team, der unsere Mission in den letzten Wochen und Monaten angenommen hat.
Wie geht der Verein die neue Saison in dieser, vor allem finanziell schwierigen, Spielklasse an? Kann dieser Erfolg eine Aufbruchsstimmung erzeugen?
Auf der einen Seite werden wir an der Kaderzusammenstellung arbeiten und andererseits die wirtschaftlichen Grundlagen für die Zukunft schaffen. Ich erlebe schon jetzt einen Aufbruch, was sehr ermutigend ist. Ein ganz großer Dank geht an unsere Sponsoren.

Fast alle Spieler und der Trainer stehen noch unter Vertrag. Sind die Voraussetzungen also günstiger als im Vorjahr?
Davon bin ich fest überzeugt.

Was ist in personeller Hinsicht geplant? Wie viele Spieler sollen kommen oder gehen, wird Eintracht einen Sportdirektor präsentieren?
Das entscheiden die sportlich Verantwortlichen mit Tobias Rau zusammen. Ein Sportdirektor ist sinnvoll und wird uns weiterhelfen.

Wie ist der aktuelle Stand beim an Union ausgeliehenen Suleiman Abdullahi bezüglich der Kaufoption der Berliner?
Ich hoffe sehr, dass wir uns mit Union einigen werden.

Onel Hernandez verließ die Löwen in Richtung Norwich City. Profitiert Eintracht finanziell vom Aufstieg seines neuen Teams in die Premier-League im Rahmen eines Ablöse-Nachschlags?
Ja, wir profitieren vom Aufstieg von Norwich City.

Wie haben Sie die Entwicklung der Fanszene in den vergangenen Monaten erlebt?
Wenn wir nicht zusammenhalten, erreichen wir wenig. Stehen wir zusammen, können wir wieder ganz viel erreichen. Dieses Zusammenstehen habe ich in den letzten Monaten erleben dürfen und hoffe, dass wir gemeinsam noch mehr vollbringen werden.

Die Ankündigung, das U23-Team abzumelden, erzeugte im Umfeld unterschiedliche Reaktionen. Gibt es ein mögliches Szenario, die Mannschaft eventuell in einer tieferen Spielklasse doch noch zu erhalten?
Diesbezüglich ist noch keine endgültige Entscheidung gefallen, wir prüfen aktuell mehrere Optionen.

Sie hatten im vergangenen Jahr ihren Rücktritt angekündigt, ist denn ein potenzieller Nachfolger bereits in Sicht oder gestaltet sich die Suche schwierig?
Die Vereins-Findungskommission beschäftigt sich sehr intensiv mit diesem Thema. Ich bin in diesen Prozess nicht eingebunden.

Auch interessant