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Selbst-Marketing: „Mach etwas aus deinem Leben“

Sabine Asgodom, Journalistin, Trainerin, Coach, Autorin, Speaker und Unternehmerin im NB-Interview

Sabine Asgodom. Foto: oh

Braunschweig. Sie gehört zu den großen deutschen Keynote-Speakern, die vor einer Gruppe von Vorständen genauso locker wie in Hallen mit dreitausend Zuschauern spricht.

Sabine Asgodom hat in ihren mehr als 40 Jahren als Journalistin, Trainerin, Coach, Autorin, Speaker und Unternehmerin einen charakteristischen Stil aus Gelassenheit und Humor, Tiefenentspannung und Energie entwickelt.

Im Rahmen der Vortragsreihe „Weiterkommen“ des BZV Medienhauses spricht sie am 17. April zum Thema:
„Eigenlob stimmt: Wie Sie mit Selbst-PR auf sich aufmerksam machen“.
Darin befasst sich die Powerfrau damit, wie Menschen zu Marken werden. Warum Persönlichkeit, Auftreten, Kommunikationsfähigkeit und Überzeugungskraft den Unterschied im Berufsleben machen.

Frau Asgodom, „Wer lacht, lernt“ heißt ihr Motto. Warum ist das so?

Wer lacht, öffnet sich und kann Dinge besser auf- und annehmen. Wenn jemand mit verschlossenen Armen vor einem sitzt, dann weiß man: Da geht nicht viel. Lachen heißt, sich öffnen.

Wie wichtig ist Humor in Ihrem Leben?

Absolut wichtig. Ich habe mit Humor viele schlimme Zeiten überstanden. Als Kind hat mir Humor geholfen, meinen jähzornigen Vater immer mal von bösen Taten abzubringen.

Welche Rolle sollte Humor am Arbeitsplatz spielen?

Das war früher eher ungewöhnlich und spielte überhaupt keine Rolle. Als ich vor 15 Jahren einen Vortrag zum Thema Humor vorgeschlagen habe, hat mich der Chef eines Unternehmens gefragt: „Was hat denn Humor mit Erfolg zu tun?“ Heute weiß man: Es hat sehr viel damit zu tun. Mitarbeiter brauchen eine entspannte Atmosphäre um kreativ zu sein.

Was wollen Sie mit Ihren Vorträgen beim Zuhörer vermitteln?

Ich habe zwar verschiedene Themen, aber die übergeordnete Botschaft ist: Mach etwas aus deinem Leben! Mach dich nicht abhängig von anderen. Sorge selbst für gute Gefühle und gute Erlebnisse. Für gute Arbeit und gute Ergebnisse. Also Selbstverantwortung.

Sie haben Bücher speziell für Frauen geschrieben. Benötigen sie andere Impulse und ein anderes Coaching als Männer?

Ein anderes Coaching nicht, andere Impulse schon. Es gibt nicht nur den biologischen Unterschied. Frauen trauen sich nicht, mehr Geld im Job zu verlangen. Oder zu verhandeln. Sich selbst gut darzustellen. Da braucht es schon Anstöße, damit Frauen ihre Stärken besser und selbstbewusster beschreiben. Oft vergessen sie, gute Nachrichten an die Vorgesetzten weiterzugeben. Ein bisschen mehr trommeln wäre ganz gut.

In einem Ihrer Bücher ermutigen Sie Frauen „Lebe wild und unersättlich!“ Wie sollen diese das konkret tun?

Indem sie sich von Zwängen lösen, die sie schon als Kind mitbekommen haben. Also Dinge wie „Das tut man nicht“ oder „Was sollen bloß die Nachbarn sagen“ zu vergessen. Jede Frau kann aussehen, wie sie will und sein, wie sie will. Sie kann laut lachen und aus der Reihe tanzen, wenn sie möchte. Frauen sollten sich von dem Wort „unschicklich“ verabschieden.

Wie kann man persönliche Schwächen in persönliche Stärken verwandeln?

Ich bin beispielsweise als Rednerin stark auf der Bühne, würde aber nie die Ablage in meinem Büro machen. Ich hasse diesen Kleinkram und habe gelernt, so etwas an meine Assistentin zu delegieren.

Sie behaupten „Eigenlob stimmt“. Warum ist Image und Auftreten wichtiger als Qualifikation und Kompetenz?

Es ist gleich wichtig. Sie benötigen Kompetenz und Können, aber wenn es keiner erfährt, reicht es nicht. Wir brauchen Sichtbarkeit und Öffentlichkeit, um unsere Zielgruppe zu erreichen. Im Unternehmen ist es genau dasselbe: Wenn mich niemand kennt, fragt mich auch keiner, ob ich Abteilungsleiterin werden möchte.

„Reden ist Gold“, wie der Titel eines anderen Buchs von Ihnen lautet…

Ja, in Bayern sagt man „Maul aufmachen“. Man sollte reden über das, was man tut, gerne macht und was einem gelingt. Man sagt: Männer haben eine Erfolgskommunikation, Frauen eine Problemkommunikation. Sie gehen vor allem zum Chef, wenn es Probleme gibt. Und so bleibt es bei ihm gespeichert.

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