Silvester-Böller: Städte greifen härter durch | Neue Braunschweiger
27. Dezember 2019
Allgemein

Silvester-Böller: Städte greifen härter durch

Auch Braunschweig hat in diesem Jahr Verbote erlassen – Ein Interview mit Ordnungsdezernent Claus Ruppert

Claus Ruppert. Foto: Rudolf Flentje

Innenstadt. Feinstaub, Verletzungsgefahr, sexuelle Übergriffe – das Feuerwerk an Silvester hat längst nicht mehr nur schöne Seiten. Immer mehr Städte und Gemeinden verbieten sogar das Böllern an bestimmten Orten der Stadt ganz. Wir haben bei der Verwaltung nachgefragt, wie sie dem Thema gegenübersteht. Dazu Ordnungsdezernent Claus Ruppert.

Herr Ruppert, wie stellt sich die Situation in den letzten Jahren in Braunschweig dar? Gibt es besonders neuralgische Orte, an denen es in der Silvesternacht gefährlich werden kann?
Viele Menschen treffen sich an zentralen Plätzen in Braunschweig, um ins neue Jahr hinein zu feiern. Besonders beliebt sind der Schlossvorplatz und der Nußberg. Zum vergangenen Jahreswechsel erwies sich der Bereich der Bohlweg-Kolonnaden als Brennpunkt. Bis zu 300 Personen hielten sich dort auf und fielen der Polizei durch übermäßigen Alkoholkonsum und unsachgemäßen Umgang mit Feuerwerkskörpern auf. Durch den sorglosen Umgang mit Glasbehältnissen kam es zu erheblichen Gefährdungen durch Scherben. Mehrere Personen, darunter Polizeibeamte, wurden verletzt. Ein wesentlicher Faktor für die Eskalation war der extreme Alkoholkonsum, insbesondere bedingt durch den Alkoholverkauf der dortigen Kioskbetriebe.

Welche Konsequenzen hat die Stadt daraufhin gezogen?
Die Stadtverwaltung hat in Abstimmung mit der Polizeiinspektion eine Allgemeinverfügung erlassen. In der kommenden Silvesternacht ist es untersagt, im Bereich der Bohlweg-Kolonnaden und an der Straßenbahnhaltestelle Feuerwerkskörper zu zünden und Glasbehältnisse mit sich zu führen. Das Verbot gilt von 18 Uhr am Silvestertag bis zum Neujahrsmorgen um sechs Uhr. In dieser Zeit sind also das Mitführen und die Benutzung von Glasbehältnissen außerhalb von geschlossenen Räumen sowie das Mitführen und Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände dort nicht gestattet, und zwar im Bereich der westlichen Seite des Bohlwegs zwischen Dankwardstraße und Langer Hof ebenso wie auf dem entsprechenden östlichen Abschnitt mit der Straßenbahnhaltestelle. Außerdem wird den dort ansässigen Gewerbebetrieben in dieser Zeit der Verkauf von Getränken in Glasbehältnissen sowie Alkohol in jeglichen Behältnissen zum Außerhausverzehr untersagt. Entsprechende Bescheide sind ergangen. Aufgrund der Brandgefahr in unmittelbarer Nähe von besonders brandempfindlichen Gebäuden oder Anlagen darf ebenfalls kein Feuerwerk abgebrannt werden. Das gilt zum Beispiel im Magni-Viertel, aber auch in entsprechenden Bereiche im westlichen Ringgebiet oder am Welfenplatz. Das Verbot, pyrotechnische Gegenstände abzubrennen, gilt außerdem in unmittelbarer Nähe von Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen und von Kirchen, und zwar nicht nur in der Innenstadt, sondern in allen Ortslagen und Stadtteilen. Gemeinsam mit der Polizei wird der Zentrale Ordnungsdienst der Stadt die Verbote überwachen und durchsetzen.

Manche Städte gehen dazu über, eine Partymeile einzurichten mit Bands, organisiertem Feuerwerk und Taschenkontrolle. Wäre das Option für Braunschweig – zum Beispiel auf dem Schlossvorplatz?

Nein, derartige Veranstaltungen sind in Braunschweig nicht geplant.

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