20. August 2021
Bildung

Souverän mit eleganter Schlagfertigkeit

Empfiehlt smarte Rhetorik: Moderatorin, Speakerin und Trainerin Sabine Altena im NB-Interview

Sabine Altena. Foto: oh

Braunschweig (gö). Stark und selbstbewusst durch smarte Rhetorik und elegante Schlagfertigkeit: Wie das geht, erklärt Sabine Altena, Moderatorin, Speakerin und Trainerin am 15. September im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Weiterkommen“ im Forum Medienhaus. Hier ein Kurzinterview mit ihr.

Frau Altena, Ihr Slogan lautet: „Entdecke dein WOW“. Warum müssen wir unser WOW überhaupt erst entdecken oder wobei ist es uns vielleicht abhanden gekommen?
Ganz wichtig erst einmal: Keiner muss irgendwas! Wer möchte, um ein generell erfüllteres und lustigeres, lebenswerteres Leben zu leben, der oder die ist herzlich willkommen, das eigene WOW zu entdecken. Und das ist für jeden noch mal ganz unterschiedlich. Generell ist das WOW für mich erstmal alles, was uns Menschen in Begeisterung versetzt, positiv antreibt, lachen lässt und gute Energie produziert.

Ihr Vortrag trägt den Titel „Spontan Spitze! – Mit Humor punkten, souverän auftreten, elegant kontern!“ Bei wem sehen Sie hier besonderen Handlungsbedarf?
Das Thema ist wichtig für alle. Im Job, privat, für Jung und Alt. Denn es gibt sowohl beruflich als auch im privaten Umfeld zig Situationen, wo wir gerne eine Antwort hätten – entweder, um im Meeting das Ruder in der Hand zu behalten, in einer Verhandlung oder im Pitch zu punkten oder, um in Gesprächen und bei schnippischen Kommentaren auf Augenhöhe zu bleiben. Smarte Rhetorik hilft, sich generell stärker und selbstbewusster zu fühlen – und somit auch erfolgreicher zu werden. Nach einem unangenehmen Gespräch fällt uns oft erst später ein, welchen Konter wir unserem Gegenüber hätten entgegenbringen können. Warum ist das so? Na ja, die gute alte Steinzeit steckt halt doch noch in uns: Bei einem Angriff setzt der Fluchtreflex ein und Sauerstoff wird vom Gehirn in die Muskeln gepumpt. Das hilft beim Rennen, aber leider nicht beim Denken. Und Letzteres ist ja das, was wir genau in diesen Situationen heute brauchen. Werden wir z. B. im Meeting angegriffen, können wir nicht wie wild aus dem Raum rennen – wobei, lustig wäre das (lacht). Bei vielen sieht man diesen Fluchtwunsch deutlich an der Körpersprache: Der Blick wird abgewendet oder klebt an der PowerPoint-Präsentation, Hände werden geknetet, Füße wippen, die Stimme wird leiser.

Erinnern Sie sich an eine Gesprächssituation, in der Sie sich besonders unwohl gefühlt haben?
Oh ja, es gab unendlich viele während meiner 20-jährigen Radiokarriere! Ziemlich zum Ende – also als arrivierte Moderatorin – habe ich auf einem großen Musikfestival ein Interview geführt mit der Rockband 30 Seconds to Mars. Sänger der Band ist Schauspieler und Oscar-Preisträger Jared Leto. Ich habe ihn während des Interviews tatsächlich mit seinem Bruder verwechselt. Die beiden fanden das extrem lustig und haben es erst nach zehn Minuten aufgelöst. Super peinlich. Warum das passiert ist? Ich hatte Jared mit langen dunklen Haaren abgespeichert. Er hatte zu der Zeit aber wasserstoffblonde kurze Haare, nur sein Bruder war noch dunkelhaarig. Ich war somit schlecht vorbereitet – und das ist mir bis heute eine Lehre. Egal, wie sehr Profi ich bin: üben, recherchieren und sich weiterentwickeln ist wichtig. Immer wieder.

Wie schafft man es trotzdem, als „Sieger“ aus einem Gespräch hervorzugehen – ohne dabei unverschämt zu werden?
Sieger“ ist man für meine Begriffe, wenn man die Situation für alle gut auflöst. Es bringt also nichts, stumpf zurück zu schießen. Das ist völlig unproduktiv. Der andere fühlt sich dann noch mehr angegriffen und was wird er tun? Auch wieder draufhauen. Wie im Sandkasten früher! Wenn ich vor Menschen souverän wirken möchte, ist also elegante Schlagfertigkeit angesagt. Das hat viel mit Körpersprache, Stimme und Gesprächsführung zu tun.

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