Spielergehälter dürften durch die Krise erheblich sinken | Neue Braunschweiger
11. April 2020
Sport

Spielergehälter dürften durch die Krise erheblich sinken

Basketball-Bundesliga: Nicht bei allen Klubs sind alle Profis zum Verzicht bereit – so wie Bambergs Kapitän Elias Harris

Im Januar trat Bamberg mit Elias Harris (rechts) bei Jairus Lyles und den Löwen an. Als einziger Bamberger Profi hat Harris Gehaltskürzungen in der Coronakrise abgelehnt. Foto: Hübner/imago

Braunschweig. Gehaltskürzungen, Kurzarbeit und immer wieder Vertragsauflösungen: Die Vereine der Basketball-Bundesliga reagieren mit unterschiedlichen Maßnahmen auf die Coronakrise. Nur eines scheint im Basketball wie auch im Fußball und anderen Profi-Sportligen sicher: Der Markt und die Summen, die nach der Krise bezahlt werden, dürften nicht mehr die Dimensionen haben wie zuvor.

„In der Krise beweist sich der Charakter“, hat Altkanzler Helmut Schmidt einmal gesagt. Das sieht man derzeit gewiss auch in Bamberg so. Während der frühere Serienmeister seine Mitarbeiter in Kurzarbeit schickte, wurde mit Trainern und Profis eine Reduzierung der Bezüge um 50 Prozent ausgehandelt – ein starkes Signal in schweren Zeiten.

Nur einer zog ganz offensichtlich nicht mit. „Ich bin allen dankbar, die unsere Basketballgesellschaft in der aktuellen Krise unterstützen und die unvermeidlichen Maßnahmen akzeptieren“, sagte Bambergs Aufsichtsratsvorsitzender Michael Stoschek über die Gehaltskürzungen in einer Vereinsmitteilung. Um dann allerdings fortzufahren: „Sehr enttäuscht bin ich darüber, dass unser Kapitän Elias Harris seiner Vorbildrolle nicht gerecht wird und als einziger die Vereinbarung abgelehnt hat.“

Kapitän Harris ist in Bamberg nun also der Buhmann mit dem zweifelhaften Charakter. Dass der 30-Jährige, dessen Vertrag zu Saisonende ausläuft, nicht dazu bereit ist, auf die Hälfte seines üppigen Restsalärs zu verzichten, wird auch damit zu tun haben, was dem Sport nun droht. Die Einschätzung von Sebastian Schmidt ist deutlich. „Ich gehe davon aus, dass der Markt sich extrem verändern wird und dass Spielergehälter sich zum Teil drastisch reduzieren werden“, so der Geschäftsführer der Basketball Löwen im Interview auf der Klub-Homepage. „Eigentlich ist der Markt in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, auch aufgrund der immer besser werdenden Qualität im deutschen Basketball. Ich glaube allerdings, dass es nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa einen erheblichen Rückgang der Gehälter geben wird.“

Es dürften in Zukunft also auch im Basketball deutlich kleinere Brötchen gebacken werden – und das werden besonders die oft hochbezahlten Profis merken.

Formular für Löwen-Fans

Wie für so viele Vereine ist die gegenwärtige Situation auch für die Löwen existenzbedrohend. Auf seiner Internetseite bietet der Klub nun ein Formular an, mittels dessen Fans offiziell den Verzicht auf etwaige Rückerstattungen ihrer Einzeltickets oder Dauerkarten bestätigen können.
Unter dem Motto „Das Löwenrudel hält zusammen!“ hatte der Fanclub Supporters die Fans des Braunschweiger Erstligisten zuvor zu einem solchen Schritt aufgerufen.

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