Spontan feiert es sich am schönsten | Neue Braunschweiger
23. Dezember 2013
Aktiv

Spontan feiert es sich am schönsten

Durchgetaktete Silvester bereiten oft Stress.

Von Falk-Martin Drescher, 23.12.2013.

Vor ein paar Wochen saß ich an einer Silvesterpartyübersicht, habe dafür mit diversen Veranstaltern gesprochen, Informationen für Partys eingeholt und auf etlichen Internetseiten der hiesigen Restaurants, Bars und Clubs recherchiert – für eine optimale Entscheidungsfindung. Alle Sausen im Überblick dürfte es ja nicht sonderlich schwer fallen, die Wahl der persönlich richtigen Party zu treffen.

Mein Fazit lautete folgerichtig: Ich habe keine Ahnung. Und das, obwohl sich die Silvesterparty-Initiatoren alljährlich mit Getränkespecials, Special-Acts und anderen vermeintlichen Special-Superspecials überbieten.
Die Silvesternacht muss perfekt sein. NASA-ähnliche Raketenkonstruktionen in Massen, leergekaufte Gemüseabteilungen für das beste Raclette der Stadt, ein Kleiderschrank voll mit eigens für den Anlass gekauften Silvesteroutfits, Partytickets zu gefühlten Kleinwagenpreisen, wochenlang andauernde Absprachen mit Freundeskreisen und natürlich viel, viel Alkohol.
Alles muss zehnmal so gut und darf dann auch zehnmal so teuer sein. Minuziös durchgetaktete Fahrpläne für den Jahreswechsel sorgen, so die Erfahrung, in der Regel nicht für superglückliche Stimmung, sondern im Gegenteil für reichlich Hektik und Stress.
Meine besten Silvesternächte haben sich eigentlich immer, völlig rechtzeitig, spontan in der Neujahrsnacht ergeben. Das ist der Luxus am Braunschweiger Nachtleben. Innerhalb von fünf Minuten erreiche ich etliche Bars und Clubs, die sich auf wenige Straßenzüge verteilen.
Mein Startpunkt für Silvester ist gesetzt. Alles Weitere gleicht einem Navi-freien Fußmarsch durch fremde Großstädte, gesprochen mit den Worten des Kaisers: „Schau‘n mer mal“.

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