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Starke Frauen, Elektro-Klänge und ein digitaler Fuchs

Filmkonzert-Reihe „FxM Film meets Music“ im Rahmen des 33. Internationalen Filmfestivals

Sie haben die Filmmusik-Reihe zusammengestellt: Frank Terhorst (l.), Thorsten Rinke (2.v.r.) und Clemens Williges (r.) vom Internationalen Filmfestival Braunschweig und Staatsorchester-Direktor Martin Weller (2.v.l.). Foto: Isabel Kobus

Innenstadt. Vom Stummfilm zum Videospiel, vom Piano zum Synthesizer: Eine spannende Brücke zwischen Alt und Neu schlägt das 33. Internationale Filmfestival Braunschweig gemeinsam mit dem Staatstheater vom 19. bis 24 November mit der Filmkonzert-Reihe „FxM Film meets Music“. Mit dabei: ein interaktives Videospiel-Konzert.

„Schon in Zeiten des Stummfilms haben Filmmusiker spontan auf das reagiert, was im Film passierte“, sagt Martin Weller, Orchesterdirektor des Staatstheaters Braunschweig. Bei der Begleitung des Videogames „Stories: The Path of Destinies“ muss das Staatsorchester diese Technik perfektionieren: Je nachdem, wie der menschenähnliche Fuchs Reynardo – live gespielt von dem Kölner Gamer Sebastian Foerster – im Spiel agiert, kommt andere Musik zum Einsatz. Ein Konzertformat mit Zukunft, meint Weller, das mithilfe digitaler Notenanzeige weiter ausgebaut werden könne – noch spielen die Musiker in Braunschweig von Papier.

Mehr etwas für’s Gefühl ist hingegen das Eröffnungskonzert des Festivals: Jane Campions Film „Das Piano“ von 1993 kommt mit Live-Begleitung des Staatsorchesters zur Aufführung – eine dramatische Geschichte um eine stumme Frau, die im Neuseeland des 19. Jahrhunderts zwangsverheiratet wird und bereit ist alles zu tun, um weiter auf ihrem geliebten Klavier zu spielen.

Ein ungewöhnlicher Stummfilm ist „The Home Maker“, den der exzentrische Schauspielstar King Baggot im Jahr 1925 in New York gedreht hat: Er handelt von einer jungen Familie, die erst glücklich wird, als der Mann durch einen Unfall ans Haus gefesselt ist und die Frau arbeiten geht. Begleitet wird dieser Film von dem französischen Elektropop-Duo The Penelopes.

Ein Exzentriker ist auch Helmut Zerlett, der schon Krautrock und Neue Deutsche Welle komponiert hat und als Bandleader in den Shows von Helmut Schmidt prominent wurde. Er wird beim Filmfest ein eigenes Konzert dirigieren – unter anderem mit seiner Musik aus dem letzten Tatort mit Hannelore Elsner, der erst 2020 ins Fernsehen kommt.

Junge Experimental-Künstler zeigen ihr Können bei zwei Kurzfilm-Abenden: Jakob Gardemann und Christoph Seelinger aus der Klangklasse der HBK Braunschweig begleiten vier Kurzfilme mit Gruselgeschichten von Edgar Allan Poe, und der sächsische Filmemacher Patrick Müller führt im 16-Millimeter-Format acht eigene Werke vor – zur Live-Musik des Klangkunst-Projekts Wellenvorm.

Das gesamte Programm und Tickets gibt es beim Staatstheater Braunschweig auf www.staatstheater-braunschweig.de.

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