6. Januar 2015
Menschen

Starke Frauen, klare Worte

Thema Fremdenfeindlichkeit im Mittelpunkt beim öffentlichen Neujahrsempfang,

Alle Bürger waren eingeladen. Rechts Professor Dr. Ulrich Joger vom Naturhistorischen Museum mit seiner Frau Julie, daneben Professor Dr. Jochen Luckhardt (HAUM), ganz links Oberbürgermeister Ulrich Markurth.

Von Ingeborg Obi-Preuß, 6. Januar.

Braunschweig. „Menschlich, richtig und anständig“ – Dompredigerin Cornelia Götz legte diese Werte den Menschen beim Neujahrsempfang ans Herz. „Ihr“ Dom und die drei Landesmuseen hatten eingeladen.

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ – aus dieser Jahreslosung für die Christen hatte sie die Werte gefiltert. „Sie gelten für uns alle, egal, welchem Glauben wir angehören“, machte sie deutlich. Kein kritikloses Annehmen sei gemeint, Fehler und Schuld müssten klar benannt werden. Aber die Werte aus der Losung würden eine Haltung bedeuten, die wichtig sei, um die Fragen, die anstünden, zu beantworten: „Wie wir Gelder einsetzen, wie wir Projekte bewerten und auch wie wir Pegida gegenübertreten“, machte die Dompredigerin deutlich. „Diese Werte jedenfalls schließen jede Ausgrenzung aus. Wer Angst schürt, kann sich gar nicht menschenfreundlich verhalten.“ Auch Dr. Heike Pöppelmann nahm ihre Begrüßung im Landesmuseum zum Anlass, eine wachsende fremdenfeindliche Stimmung in der Stadt abzulehnen. „Migration gehört seit Tausenden von Jahren zu unserer Kultur“, sagte sie, „Ackerbau und Viehzucht beispielsweise haben uns vor mehr als 7000 Jahre Menschen aus Osteuropa gebracht.“ Sie zitierte eine Passage aus „Des Teufels General“ von Carl Zuckmayer, in der General Harras über „verpanschte rheinische Familien“ spricht, mit dem Ergebnis: „Das ist natürlicher Adel. Das is Rasse. Sei’n Sie stolz drauf…“
Zuvor war Professor Dr. Jochen Luckhardt vom Herzog-Anton-Ulrich Museum auf die Bedeutung der Heiligen drei Könige eingegangen, die eigentlich nur Randfiguren waren, aber bis heute eine Rolle spielten. Wichtige Frauen in der Geschichte dagegen seien häufig schon vergessen; Otto das Kind und seine Mutter Helena führte er als Beispiel aus Braunschweig an. „Weibliche Gestalten sind aus unserem Raster gefallen“, resümierte Luckhardt.
Umso präsenter waren die Gastgeber-Frauen, die sich bei diesem öffentlichen Empfang für alle Bürger stark und klar für eine Willkommenskultur in Braunschweig positionierten.

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