Starkes Team, herausragender Abromaitis | Neue Braunschweiger
3. Januar 2015
Sportliches

Starkes Team, herausragender Abromaitis

Basketball-Bundesliga: Die Löwen schlagen Quakenbrück in der VW-Halle mit 89:79 (41:41).

Tim Abromaitis zeigte seine beste Leistung im Braunschweiger Dress. Am Ende kam er auf 24 Punkte und 14 Rebounds. Foto: Ammerpohl

Von Christoph Matthies, 03.01.2015.

Das „beste Spiel der Saison“ hatte Trainer Raoul Korner von seiner Mannschaft gesehen, wie er am Samstagabend den Journalisten verriet. Zuvor hatten seine Basketball-Löwen die Artland Dragons aus Quakenbrück dank einer beeindruckenden Leistung mit 89:79 (41:41) bezwungen. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit konnten die Braunschweiger somit zwei Partien in Serie gewinnen.

Die Würfe aus der Distanz sind in dieser Saison bisher das Problem der Basketball-Löwen, nur jeder dritte Dreier findet sein Ziel: Tiefstwert in der Basketball-Bundesliga. Umso erfreulicher, wie die Löwen, die mit Trent Lockett auf ihren besten Punktesammler verzichten mussten, am Sonnabend in die Partie starteten. Tim Abromaitis, der an diesem Abend ein ganz besonderes Spiel machen sollte, fand Dru Joyce freistehend an der Dreierlinie, und der ließ es klingeln. Nur kurz darauf wurde Abromaitis selbst mustergültig von Immanuel McElroy am Perimeter angespielt: 6:0 (2. Minute). Im Laufe des ersten Viertels sollten noch zwei getroffene Dreier hinzukommen, und nach zehn Minuten stand es 20:15 für die Löwen, die den Eindruck erweckten, sich viel vorgenommen zu haben.

Es war durchaus schön anzusehen, was die Gastgeber auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit gegen einen vom Talentlevel her vielleicht stärkeren Gegner zeigten. Einen cleveren Durchstecker von Kyle Visser vollendete Tim Abromaitis per Dunking (24:19, 13. Minute), kurz darauf sah Visser erneut die Lücke in der Dragons-Defense und konnte auf dem Weg zum Korb nur per Foul gestoppt werden. Beide Freiwürfe saßen zum 28:21 (14. Minute).

Allmählich fanden aber auch die Dragons ihre gefürchtete Treffsicherheit von außen, der nur 1,70 Meter große „Zauberzwerg“ David Holston traf nun, kurz darauf auch Power Forward Lawrence Hill. Cornelius Adlers Dreier kurz vor der Halbzeitsirene war es zu verdanken, dass die Löwen mit einem ausgeglichenen Spielstand (41:41) in die Kabine gingen.

Nach der Pause bestimmte dann erst einmal Center Kyle Visser die Braunschweiger Offensivbemühungen. An der Freiwurflinie, per Korbleger und zweimal nach Offensivrebound erzielte der Center die ersten sieben Braunschweiger Punkte der zweiten Halbzeit. Die Dragons antworteten erneut per Dreier. Holston, der jetzt allmählich heiß lief, und Ex-Braunschweiger Brandon Thomas brachten die Gäste aus Quakenbrück wieder in Front. Doch auch bei den Löwen fing nun einer Feuer, der sich in den letzten Wochen eher zurückgehalten hatte: Geburtstagskind Nico Simon schoss zwei freche Dreier „ins Gesicht“ seines Gegenspielers, und die Löwen lagen wieder mit 64:60 in Front (29. Minute). Der an diesem Abend bockstarke Tim Abromaitis besorgte mit dem Buzzer per Korbleger die 68:64-Führung zur Viertelpause.

Der Schlussabschnitt geriet zu einem wahren Basketball-Rausch der Braunschweiger. Nach einer Minute bewies Cornelius Adler den 3114 Zuschauern, dass er fliegen kann, als er einen Pass von Dru Joyce fing und durch den Ring stopfte. Nur 30 Sekunden später schloss auch Tim Abromaitis per Dunking ab. Das 75:64 bedeutete die erste zweistellige Führung für die Löwen, und es wurde zwischenzeitlich noch deutlicher: Viereinhalb Minuten vor Spielende war die Partie nach einem Layup von Derrick Allen beim Stand von 85:68 fast schon entschieden. In den Schlussminuten ließen die Löwen nichts mehr anbrennen. Und auch die Dreierquote lag am Ende bei ordentlichen 43 Prozent (10/23).

Raoul Korner betonte im Anschluss an die Partie die „exzellente Mannschaftsleistung“ und spendierte dem oft gescholtenen Tim Abromaitis ein Sonderlob, nachdem dieser gegen die Dragons regelrecht explodiert war: Ein starkes Double-Double mit 24 Punkten und 14 Rebounds bei einer Wurfquote von 71 Prozent stand am Ende zu Buche, dazu drei Assists und drei Steals, und das ganze ohne Ballverlust. „Mich hat weniger seine Leistung heute überrascht, als vielmehr einige seiner Leistungen zuvor“, war der Trainer froh, an diesem Abend den „wahren“ Tim Abromaitis gesehen zu haben, der für den verletzten Trent Lockett erstklassig in die Bresche gesprungen war.

Löwen-Punkte: Abromaitis 24 (14 Rebounds), Joyce 18 (9 Assists), Allen 14, Visser 13, Simon 8, Adler 8, McElroy 2, Gertz 2.

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