Statt Sonntagsruhe drei Demos | Neue Braunschweiger
20. Februar 2015
Politisches

Statt Sonntagsruhe drei Demos

Nach Absage des Karnevalumzuges rechnet Polizei mit mehr Zulauf für Bragida.

Das Rathaus und damit die Stadt Braunschweig zeigen seit gestern Flagge. Ein Banner mit der Aufschrift „Bunt statt Braun“, das die Linksfraktion kurzentschlossen am Rathausbalkon angebracht hatte, hatte der Haumeister wieder entfernt, „da die Rathausfassade keine Fläche zur Anbringung politischer Statements“ sei (nB vom 14. Februar). Die Fahnen sind jetzt ein aussagekräftiger Kompromiss. mak/Foto: T.A.

Von Marion Korth, 20. Februar 2015.

Braunschweig. Wegen der für Sonntag angekündigten Demonstrationen wird die Innenstadt zumindest für Autofahrer zwischen 13 und 19 Uhr wieder zum „Sperrgebiet“. Das betrifft vor allem den Bohlweg, aber auch die zuführenden Straßen.

Zwischen 1500 und 2000 Menschen erwartet das Bündnis gegen Rechts ab 15 Uhr auf dem Kohlmarkt. Als Redner spricht Klaus Peter Bachmann, Abgeordneter und Vizepräsident des niedersächsischen Landtags. Anschließend soll der Protestmarsch vom Kohlmarkt über Schuhstraße und Kleine Burg zum Domplatz führen. David Janzen vom Bündnis kritisiert, dass Bragida die Absage des Karnevalsumzuges wegen der Warnung vor einem möglichen islamischen Terroranschlag dazu missbrauche, um „weiter Stimmung gegen die hier lebenden Muslime zu machen“. Ein geplanter Terroranschlag sei eine Bedrohung für alle Menschen in Braunschweig, egal welche Herkunft sie haben oder welcher Religion sie angehören.
Ergänzend dazu wird die Bibs zwischen 16 und 17 Uhr vor dem Gebäude Hagenmarkt 14 eine Mahnwache abhalten.
Mit erhöhtem Zulauf rechnet die islamkritische Bragida-Bewegung. Zur Kundgebung ab 16 Uhr auf dem Platz der Deutschen Einheit mit anschließendem Marsch durch die Innenstadt wurden nach Auskunft der Stadt 1500 Teilnehmer angemeldet.
Die Polizei wird bei ihrer Strategie bleiben und erneut Pufferzonen einrichten, damit sich Bragida-Anhänger und die Gegendemonstranten vom Bündnis gegen Rechts nicht zu nahe kommen. Hatten die Teilnehmerzahlen sich von Kundgebung zu Kundgebung auf beiden Seiten jeweils halbiert, so rechnet die Polizei nun vor dem Hintergrund des abgesagten Karnevalsumzugs mit erheblich mehr Bragida-Teilnehmern. „Wir gehen von einem Zulauf auch von außen aus“, sagte Polizeisprecher Joachim Grande. „Es werden sich auch wieder Personen aus rechtsextremen Kreisen daruntermischen, das werden wir beobachten“, kündigte Grande an. Warnungen bezüglich der allgemeinen Sicherheitslage gebe es nicht.

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