Sülfelder Kirche ist 700 Jahre alt | Neue Braunschweiger
31. Januar 2018
Kultur

Sülfelder Kirche ist 700 Jahre alt

Pastorin Mühring kennt seltsame Details der Geschichte des Bauwerks

Von Andreas Stolz

Sülfeld. 1000 Jahre Sülfeld wurde im Jahr 2017 gefeiert. In diesem Jahr folgt das nächste Jubiläum. Die evangelische St. Markus Kirche, erstmals 1318 im Lehnsbuch des Herzogs Otto von Braunschweig urkundlich erwähnt, ist somit seit 700 Jahren geistliches Zentrum des Orts. „Einzelne Merkmale deuten aber darauf hin, dass sie bereits deutlich früher erbaut worden ist“, weiß Pastorin Larissa Anne Mühring. „An der Westseite von außen befindet sich eine Steinplatte mit eingearbeitetem Tatzenkreuz; dieses gehört zu den ältesten Teilen der Kirche. Besonders rätselhaft ist eine im Kircheninneren in der Südwand eingelassene Steinmaske, die an die frühste Geschichte der Kirche erinnert – sie sollte wohl einmal böse Geister fern halten.“
Spannend sei zudem die Geschichte des Kirchturms, erläutert die Seelsorgerin. „Der alte Turm von 1868, der die Kirche auf eine Gesamthöhe von 42 Meter brachte, stürzte in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 1954 bei einem Orkan in das Kirchenschiff hinein. Die Zeiger der Uhr blieben damals um 0.10 Uhr stehen. Daraufhin wurde der Dachreiter erneuert, 9 Meter niedriger als der alte. 1994 wurde der Dachreiter aus statistischen Gründen wieder dem alten Turm angepasst, aber um sechs Meter verkürzt. Die Kirche ist heute 36 Meter hoch. Die Turmuhr wird bereits 1614 urkundlich erwähnt und wird noch heute zweimal wöchentlich mit der Hand durch den Küster Josef Ballerstedt aufgezogen.“
 Dass Jubiläumsjahr stellen Pastorin und Gemeinde unter das Leitwort „Denk’mal anders! – 700 Jahre Markuskirche Sülfeld“. Larissa Anne Mühring sagt: „Es soll deutlich werden, dass Kirche mehr ist als nur ein Haufen alter Steine. Wir wissen um den zunehmenden Relevanzverlust von Kirche in unserer Gesellschaft – dem wollen wir ein buntes und vielfältiges Gegenüber bieten und mit neuen und ungewohnten Blickwinkeln auf Kirche zu einem Dialog einladen.“ Höhepunkt des Jahres sollen am 10. Juni der Besuch des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister und ein fröhliches Sommerfest für alle – ob evangelisch oder katholisch – werden.

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