11. September 2020
Tipps

Tag des offenen Denkmals digital

Video der Stadtentwässerung Braunschweig zeigt historischen Kanal

Wolfgang Ernst bei einem „Gang“ durch den Burgmühlengraben. Foto: Ernst/oh

Braunschweig (sd). Der „Tag des offenen Denkmals“ findet jedes Jahr am zweiten Sonntag im September statt. 2020 wird die Veranstaltung der „Deutsche Stiftung Denkmalschutz“ allerdings – coronabedingt – erstmals überwiegend digital organisiert.

Walter Dröge, Ortskurator der Stiftung für Braunschweig berichtet: „Wir wollen den Tag nicht ausfallen lassen, also setzen auch wir auf Digitalisierung und wir freuen uns, dass wir zum Aktionstag zwar kein Denkmal in natura zeigen, aber ein ganz besonderes Braunschweiger Bauwerk in einem Video vorstellen können.“ Gemeint ist der Burgmühlengraben. Er liegt versteckt unter Braunschweig und hat eine lange Geschichte.

Zum Denkmaltag stellt die Stadtentwässerung Braunschweig dieses ungewöhnliche Bauwerk vor. In dem Video erläutert Wolfgang Ernst, Experte für Braunschweigs Unterwelt, die Entstehungsgeschichte des Kanals und auch, wie er unter die Erde kam. Mit aufwendigen Recherchen hat er die einzelnen Daten aus den Archiven der Stadt zusammengetragen und kletterte für seine Nachforschungen sogar in die Kanäle hinab. Das Video dazu kann ab dem 13. September unter www.tag-des-offenen-denkmals.de abgerufen werden.

Die Aktivitäten zum Tag des offenen Denkmals am 13. September finden auch in Niedersachsen hauptsächlich digital statt. Auch die traditionelle Eröffnungsveranstaltung des Landes Niedersachsen wird virtuell abgehalten. Anstatt das denkmalinteressierte Publikum wie üblich vor Ort zu empfangen, begrüßen die Einrichtungen ihre Gäste 2020 im Internet per Video unter www.tag-des-offenen-denkmals.de und www.denkmalatlas.niedersachsen.de.

Das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege, das den Festakt seit Ende der 1990er-Jahre in den verschiedenen Kommunen und Kreisen des Bundeslands organisiert, möchte dieses Mal sein Engagement und den Reichtum des kulturellen Erbes im Südosten, in der Region um Braunschweig und Helmstedt ins Scheinwerferlicht stellen: den Kaiserdom Königslutter, das Kloster St. Marienberg und die Kapelle des Marienstifts.

Führungen im Zisterzienser Museum

Zu öffentlichen Führungen lädt das Zisterzienser Museum Kloster Walkenried ein. Unter dem Thema Kloster Walkenried – Archäologie und Bauforschung 2020 präsentiert Dr. Markus Blaich vom Niedersächsischen Landesamt gemeinsam mit Projektpartnern der Universitäten Heidelberg und Göttingen spannende Aspekte zu geophysikalischen Untersuchungen, archäologischen Grabungen und zur Bauforschung.
Die ca. 1,5 stündigen Führungen sind kostenfrei, starten um 11, 12, 13 und 15 Uhr am Museumseingang/Besucherservice und machen an vier Grabungsstellen in der gotischen Kirchenruine Station. Eine Anmeldung bis eine Stunde vor Führungsbeginn ist erforderlich. Um 14 Uhr beginnt ebenfalls am Museumseingang die geführte einstündige Erkundung Rund um die Klosteranlage Walkenried, die einer Anmeldung bis 13 Uhr bedarf. Stationen sind hier die Kirchenruine, der Romantikblick an der Wieda, Klostermauer und Welterbe-Infozentrum, das am Ende der Führung kostenfrei besucht werden kann.

Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Auch die Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals unter dem Motto „Chance Denkmal: Erinnern. Erhalten. Neu denken“. Schon während der Friedlichen Revolution in der DDR und des Vereinigungsprozesses engagierten sich Bürgerinnen und Bürger dafür, den Ort als wichtigen Teil des Erinnerns und zur Bildung behalten wollten. Das Gelände der ehemaligen Grenzübergangsstelle Marienborn wurde bereits 1990 unter Denkmalschutz gestellt. Auf www.erinnern.org ist eine Fotoanimation mit Zeitzeugenbeiträgen über die ehemalige Grenzübergangsstelle und das Grenzdenkmal zu sehen.

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