2. Juli 2022
Buntes

Tango in der Kirche? Warum nicht!

NB-Reihe "Hier bin ich Zuhause": Magni-Kirche sieht sich als offener Ort

Freuen sich auf die zweite „Magnilonga“ nach dem Corona-Lockdown v.l. Christian Horn, Wiebke Tüting, Uwe Pflüger und Pastor Henning Böger. Foto: Birgit Wiefel

Magniviertel. Die Türen stehen immer offen. Pastor Henning Böger will „seine“ Magnikirche nicht abschirmen, nicht allein für die Andacht reservieren, sondern zum Teil des Viertels machen. Mal eben nach einem Kaffee ins Gotteshaus schlendern? Warum nicht.

„Bloß keine Schwelle schaffen“, ist Bögers Credo. Mit dieser Haltung hat die Gemeinde seit Jahren Erfolg. Wer eine Idee hat, kann sich an die Kirche wenden. Musik-Events sind so entstanden, Lesungen, Lauftreffs. „Im Zuge des Wiederaufbaus wurde 1964 Parkett verlegt – ein Zeichen, dass man schon damals den Raum im Raum sah“, sagt Henning Böger.
Das Parkett ist auch der Grund, warum die Tango-Szene in Braunschweig auf die Kirche aufmerksam wurde. 2019 fand zum ersten Mal eine „Magnilonga“ statt. Christian Horn, Solobassist im Staatsorchester Braunschweig und Tango-Bandoneonist, hatte angefragt – und war auf offene Ohren gestoßen. Denn Horn und Böger sehen beim Tango nicht das vordergründig Laszive, sondern das Zwiegespräch: „Wie die Kirche betont der argentinische Tango das Verbindende, die Gemeinschaft, die Sehnsucht, den Schmerz und die Lebensfreunde“, erklären beide.

Rund 350 Tänzer aus der ganzen Region besuchten die erste „Magnilonga“, jetzt wird es am kommenden Freitag, 8. Juli, die zweite Ausgabe geben. Um 18.30 Uhr können in einer Übungsstunde noch schnell die ersten Schritte gelernt werden, bevor ab 19.30 Uhr das Parkett den Tänzern gehört. „Die Messlatte liegt nach 2019 ziemlich hoch“, ist sich Christian Horn bewusst. Denn neben dem Tango wird es auch wieder klassische Musik geben, dazu eine Lichtshow und den Auftritt eines Tango-Showpaares. Das alles bei freiem Eintritt und nur mit einer Bitte um Spenden. Längst wird Christian Horn unterstützt. Wiebke Tüting ist zum Orga-Team dazugestoßen, Uwe Pflüger sogt als DJ für den richtigen Tango-Sound, Torsten Hinz kümmert sich um das Licht.

Der einzige Wermutstropfen sind die Corona-Bestimmungen, die in der Gemeinde immer noch gelten: Rein darf nur, wer einen 3-G-Nachweis vorlegen kann, außerdem ist die Personenzahl begrenzt. „Für Besucher von außerhalb gibt es eine Gästeliste, damit sie nicht umsonst angereist sind“, sagt Wiebke Tüting und hofft im Übrigen auf das Verständnis von spontanen Gästen.

Die „Magnilonga“ wird unterstützt von der evangelisch-lutherischen Gemeinde St. Magni, der Stiftung Musik Kultur Braunschweig, der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz und der Sparkassenstiftung.

Alles Informationen zum Abend und zu Begleitprogramm unter www.bit.ly/magnilonga.

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