5. Juni 2022
Buntes

Tausche Auto gegen Zug und Straßenbahn

Der Pendler-Praxistest • 31. Mai und 1. Juni 2022: Das geht ja gut los!

Zwischen Uelzen und Braunschweig fahren die Züge im Stundentakt. Hat ein Zug Verspätung, muss der andere warten, bis die eingleisige Strecke frei ist.  Foto:: Marion Korth

31. Mai 2022: Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Gerade habe ich mir ein 9-Euro-Ticket gekauft. Von morgen an pendele ich mit Zug und Straßenbahn die knapp 50 Kilometer von meinem Wohnort nach Braunschweig zur Arbeit. Dabei durchfahre ich vier Tarifzonen im Gebiet des Verkehrsverbundes Großraum Braunschweig. Von meinen „Erfahrungen“ in diesem XXL-Pendler-Praxistest werde ich berichten.
Bahn, Bus und Straßenbahn statt Auto – kann das für jemanden, der weiter weg auf dem Land wohnt, funktionieren? Vor knapp zehn Jahren habe ich diesen Selbstversuch schon einmal unternommen. Damals gab es auf meiner Zugstrecke noch keinen Stundentakt. Zur nächsten Bahnstation bin ich quer durch den Wald mit dem Faltrad gefahren. Jetzt ist vieles anders. Das Faltrad steht zu Hause, stattdessen habe ich den Laptop im Rucksack dabei. Auch muss ich nur noch drei von fünf Arbeitstagen im Büro verbringen.
Die überschaubare Investition in das zusätzlich subventionierte Ticket hat sich schon nach der ersten Fahrt gelohnt: Der normale Einzelfahrschein würde mich auf dieser Strecke 9,70 Euro für die einfache Fahrt kosten, das Monatsticket normalerweise 166 Euro …

1. Juni 2022: Kein Stau, keine Hektik, nur ich bin ein bisschen aufgeregt – alles ist neu. Die 20 Parkplätze am Bahnhof in GF-Wahrenholz sind alle belegt, mir fehlt der Vergleich, ob das immer so ist. Den Bahnhof hätte ich ohnehin fast nicht wiedererkannt. Richtige Parkflächen statt Feldsteinpflaster und Pfützen, Radstellplätze, hochgesetzte Borde, Leitsysteme, Fahrgastinformationen – alles top. Von Massenansturm kann hier keine Rede sein. Acht Leute auf dem Bahnsteig, im Zug ist gut Platz, die Sitze sind bequem. Bei dieser ersten Fahrt „ruckelt“ nichts.

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