Tempel Gin und neues Radler | Neue Braunschweiger
12. Dezember 2020
Wirtschaft

Tempel Gin und neues Radler

Nach dem Corona-Schock blickt Wolters zuversichtlich in die Zukunft

Die obere Hälfte eines Tanks wird in seinen Schacht gehoben. Foto: Wolters

Braunschweig. Schwer getroffen, aber lange noch nicht am Boden. So lässt sich die Situation beim Hofbrauhaus Wolters derzeit beschreiben. Nach einem Jahr mit dem Verlust fast der gesamten Fassbierabsätze blickt Wolters wieder in die Zukunft und investiert am Standort – und für eine regionale Marketing-Idee ist die Brauerei auch immer zu haben.

In dieser Woche wurde damit begonnen, vier Tanks aus Edelstahl mit einem gesamten Fassungsvermögen von 60 000 Litern in der Brauerei einzubauen. Diese werden für eine hochmoderne Entalkoholisierungsanlage benötigt, die bis Ende 2021 ihren Betrieb aufnehmen soll. Damit sieht sich Wolters zum einen für den Trend hin zu alkoholfreien Brauspezialitäten gerüstet, und kann zum anderen diese im eigenen Haus herstellen. „Nicht nur für den Inlandsmarkt ist die Entwicklung von alkoholfreien Brauspezialitäten von Bedeutung, sondern auch im Exportgeschäft wächst die Nachfrage nach diesen Getränken von Jahr zu Jahr“, sagt Wolters-Geschäftsführer Peter Lehna. Bislang musste der Prozess der Entalkoholisierung von einem Dienstleister übernommen werden. Ab 2022 rechne Wolters bereits mit einem Exportvolumen an alkoholfreien Erfrischungsgetränken auf Malzbasis von weit über zwei Millionen Litern, so Lehna weiter. Dazu zählt neben dem klassischen Malztrunk auch die Fassbrause mit Zitronenaroma. Wolters selbst wird vor Ostern 2021 ein Radler mit einem tatsächlichen Alkoholgehalt von null Prozent auf den Markt bringen. Der bei der Entalkoholisierung als Nebenprodukt anfallende Alkohol kann zudem eine wichtige Einnahmequelle darstellen und zum Beispiel zur Produktion von Desinfektionsmitteln verwendet werden.

Tempel Gin und Wolters-Sammeldose. Foto: Wolters

Die Investitionen, die Wolters zusammen mit Ankerinvestor Volksbank BraWo tätigt, haben ein Gesamtvolumen von rund zwei Millionen Euro. „Ohne die Volksbank wäre dieser Weg gar nicht möglich gewesen“, verweist Lehna noch einmal auf die Bedeutung der im Sommer  eingegang­enen Partnerschaft.
Derweil hat das E-Center BraWo-Park in Kooperation mit Wolters eine Spirituosen-Spezialität auf den Markt gebracht: „Tempel Gin“. Basis dafür ist ein hochwertiger Gin, der durch die Kombination mit dem von Wolters zum Brauen eingesetzten feinherben Hopfen aus der Hallertau veredelt wurde.
„Fast ein Vierteljahr musste vergehen, bis die richtige Rezeptur für den Tempel Gin gefunden wurde“, so Lehna, der sich freut, ein weiteres Geschäftsfeld erschlossen zu haben: „In Zeiten von Corona muss eine Brauerei jede Einnahme mitnehmen.“ Zahlreiche Probebrände und Verkostungen durch das Edeka-Team gingen der Markteinführung voraus.

Marcus Kaftan, Abteilungsleiter für Spirituosen und Getränke betont: „Unsere Idee war es, passend zu unserem fünfjährigen Bestehen ein einzigartiges Produkt zu schaffen. Und zwar nicht nur für unseren Markt, sondern für unsere ganze Region.“

Anlass der Produkteinführung am 23. November war der 5. Geburtstag des Edeka-Centers im BraWo-Park. Der trendige Wachholderschnaps wird von der Breaks Spirituosen GmbH & Co. KG in Karlsruhe gebrannt.

Was besonders schmeckt, muss auch besonders verpackt werden, dachten sich Lehna und Kaftan. Daher wird der Tempel Gin in einer hochwertigen Tonflasche angeboten. Das Etikett der Designerflasche lehnt sich in der Gestaltung an das Aussehen der Wolters Eintracht-Sammeldose Nr. 22 an, der Name an ein spezielles Fußball-Stadion an der Hamburger Straße …

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