Thaiboxen unter freiem Himmel | Neue Braunschweiger
13. März 2021
Gesundheit

Thaiboxen unter freiem Himmel

Die neuen Lockerungen: Das Tiger Warriors Gym sucht seinen eignen Weg aus dem Corona-Lockdown

Malte Kölsch hat auf dem Studiogelände am Sandwüstenweg ein Open-Air-Gym inklusive überdachtem Boxring errichtet. Foto: Andreas Konrad

Kralenriede. „Wir sind unseren Mitgliedern so dankbar, dass sie uns in dieser schweren Zeit unterstützen, aber wir möchten ihnen für ihre Beiträge auch etwas bieten“, sagt Malte Kölsch, der die Kampfsportschule Tiger Warriors in Kralenriede betreibt. Also hat er kurzerhand ein Open-Air-Gym neben der eigentlichen Trainingshalle aufgebaut.

„Am Montag können wir entsprechend der aktuellen Auflagen zunächst mit zwei Personen für ihren Individualsport starten“, erzählt der lizenzierte Muay Thai-Trainer – so der Originalname des Thaiboxens. „Obwohl wir noch nicht ganz fertig sind“, ergänzt der 39-Jährige. Der Wintereinbruch vor einigen Wochen habe ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Herzstück aber steht: Der Boxring – sogar mit Dach. Daneben gibt es weitere Trainingsgeräte und einen Crossfit-Parcours, der noch erweitert werden soll. „Vielleicht bauen wir später auch noch eine Grillecke“, so der Familienvater.

Außerhalb der Lockdowns bietet das Tiger Warriors Gym seinen rund 200 Mitgliedern von acht bis 60 Jahren eine 650 Quadratmeter große Halle mit Ring, Matten, Cardio- und Kraftbereich sowie einer Fläche für Crosstraining. Dass diese momentan nicht genutzt werden darf, versteht Kölsch nicht. „Wir haben ein Hygienekonzept erstellt, können Abstände einhalten und verfügen in der Halle über große Fenster und Türen zum Lüften. Statt eines generellen Sportverbots würde er sich eine individuellere Betrachtung wünschen. „Insbesondere für die Kinder ist die Situation schwierig, ich habe selbst einen zwölfjährigen Sohn“, weiß der gelernte Physiotherapeut, der seit insgesamt über 20 Jahren und am aktuellen Standort seit 2005 sein Gym betreibt.

„Die ursprüngliche Idee für das Open-Air-Gym hatte ein Kollege aus Berlin. Der hat ein wunderschönes Grundstück an der Havel, und da auch wir viel Natur vor der Halle haben, passte das Konzept auch nach Braunschweig.“ Schon während des ersten Lockdowns habe man deshalb ein Fitnessprogramm an der frischen Luft angeboten. Bei den Mitgliedern sei das gut angekommen und als dann im November wieder alles dicht war, sei der Entschluss gereift, das Open-Air-Training auszubauen. Auch wirtschaftlich in diesen Zeiten ein Wagnis. Es sind ja nicht nur der Ring und die Geräte, wir mussten auch einen langen Zaun errichten“, erzählt Kölsch, der regelmäßig zusammen mit Mitgliedern Trainingsfahrten nach Thailand unternimmt. Dort sei das Training unter freiem Himmel völlig normal, man habe ja auch andere Temperaturen. Und so könnte man fasst sagen, dass der Lockdown die Braunschweiger auch räumlich noch näher an den ursprünglichen Geist des Muay Thai gebracht hat.

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