27. Februar 2021
Sport

Tiefschlag für die Basketball Löwen

Saisonende für Lukas Meisner – Strobl-Team am Sonntag in Oldenburg

Lukas Meisner (rechts, gegen Alba Berlin) wird den Löwen nicht nur wegen seiner durchschnittlich 14,4 Punkte fehlen. Foto: Eibner-Pressefoto/imago images

Braunschweig. Die Basketball Löwen erleben derzeit eine echte Seuchensaison – nicht nur wegen der Pandemie. Klar, da sind die tristen Heimspiele ohne Zuschauer und die zweimalige Quarantäne für Spieler und Trainer. Doch da sind auch noch die Krankheit von Riesentalent Kostja Mushidi, die Zipperlein von Aufbauspieler Bazou Koné, der plötzliche Abschied von Leistungsträger Byron Allen und nun auch noch die Schulterverletzung von Lukas Meisner, der den Rest der Bundesliga-Saison, immerhin noch 19 Spiele, verpassen wird.

Sportlich sind die Braunschweiger vor den Partien am Sonntag (20.30 Uhr) in Oldenburg und Mittwoch (19 Uhr) gegen Göttingen weitgehend im Soll. Als Tabellenelfter haben sie fünf Partien weniger absolviert als der Achte Bamberg, aber nur drei Siege weniger – die Playoffs sind also durchaus in Reichweite. Doch der Verlust von Meisner, der sich im Training bei der Nationalmannschaft verletzte, am Mittwoch bereits operiert wurde und monatelang ausfallen wird, tut richtig weh. „Das ist ein Tiefschlag – sowohl für Lukas persönlich als auch für uns als gesamte Organisation“, kommentierte Sportdirektor Nils Mittmann den Verlust des 25-jährigen Kapitäns. „In den letzten Wochen hat er sich zum Anführer unserer jungen Mannschaft entwickelt und ist in entscheidenden Phasen vorangegangen, das war und ist enorm wichtig für die Entwicklung des Teams.“

Für eine weitere Nachverpflichtung, das ließ Mittmann bereits durchblicken, ist nach den gerade erst geholten Verstärkungen Arnas Velicka (Guard) und Benedikt Turudic (Center) kein Geld mehr da – zumindest so lange, wie das Gehalt Meisners nicht von einer Versicherung oder Krankenkasse gezahlt wird.

In der deutschen Basketballszene ist derweil eine Debatte über Sinn und Unsinn der Nationalmannschaftsfenster entbrannt. Kai Zimmermann, Geschäftsführer des Fachmagazins „Big“, goss Öl ins Feuer und erntete viel Zuspruch, als er in einem längeren Beitrag die Frage aufwarf, „wer von diesem Fenster-Schwachsinn etwas haben soll“. Es werde „etwas durchgesetzt, was gegen die Interessen der Spieler und des Basketballs ist“, und die Löwen müssten „den Unsinn jetzt ausbaden“, schrieb Zimmermann weiter.

Zur Erinnerung: Die EM-Qualifikationsspiele gegen England (81:83) und Montenegro (75:82) hatten für die deutsche Mannschaft sportlich nur geringen Wert, da sie als Co-Gastgeber für die EM 2022 bereits qualifiziert war. Zudem lief Deutschland bestenfalls mit einem B-Kader auf, da Anführer Dennis Schröder und sämtliche NBA- und Euroleague-Stars fehlten. „Der Status quo ist ein Witz, die Spiele haben null Relevanz und interessieren mich überhaupt nicht“, sprach Ex-Nationalspieler Jan Jagla in einem Tweet wohl vielen aus dem Herzen.

Löwen-Flügel Karim Jallow erhielt bei beiden Niederlagen der Deutschen viel Spielzeit und trug acht beziehungsweise vier Zähler bei. Velicka kam für Litauen nur zu einem punktlosen, fünfminütigen Kurzeinsatz.

Eine größere Rolle spielte der Tscheche Martin Peterka, der in zwei Partien zu den Leistungsträgern gehörte (14,5 Punkte, 7,5 Rebounds). Auf Peterka dürfte nun auch Löwen-Trainer Pete Strobl setzen: Dem 26-jährigen Power Forward wird vermutlich die schwierige Aufgabe zuteil, die Lücke, die Lukas Meisner hinterlassen hat, zu füllen.

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