Till-Eulenspiegel-Geschichten auf Plattdeutsch | Neue Braunschweiger
16. Januar 2018
Kultur

Till-Eulenspiegel-Geschichten auf Plattdeutsch

Das Niederdeutsche Theater gastiert beim Heimatverein Königslutter mit einer szenischen Lesung

Mit der Narrenkappe des Till Eulenspiegel trat Dr. Alexander Börger (links) mit seinem Team in Königslutter auf. Arbeitskreis-Vorsitzender Walter Kukawka (rechts) und das Publikum dankten ihm mit anhaltendem Beifall. Foto: Werner Gantz

Von Werner Gantz, 16.01.2018

Königslutter. Aufmerksam lauschte das Publikum beim „Friedachsträpen“ des Plattdeutschen Arbeitskreises im Heimat- und Verkehrsverein Königslutter: Vorsitzender Walter Kukawka hatte zu einer szenischen Lesung (Spiel und Sprache) zu Till Eulenspiegel und seinen Streichen in den großen Rathaussaal eingeladen.

Zu den Ausführenden zählte das kleine Ensemble des Niederdeutschen Theaters Braunschweig mit dem Leiter Dr. Alexander Börger. In Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Plattdeutsch der Braunschweigischen Landschaft hatten die Vorleser mittlerweile schon Aufführungen „über Land“, etwa in Schöppenstedt, Wolfsburg und Braunschweig.
Die Teilnehmer haben sich zur Aufgabe gemacht, die plattdeutsche Sprache für kommende Generationen zu erhalten. Dazu dienen die regelmäßigen Treffen der Gruppen und Veranstaltungen, so auch monatlich in Königslutter. Die „Plattspräker“ unternehmen auch Ausflüge und Reisen.
So weiß man, dass „Till Ulenspeigel“ im Jahr 1300 in Kneitlingen am Elm geboren ist. Schon in seiner frühesten Jugend sagten die Nachbarn, Till sei ein Schalk. Später zog er dann durch die Lande und verübte die immer noch bekannten Streiche. Nicht nur hier aus Schöppenstedt, sondern seine „Heldentaten“ unter anderem auch aus Quedlinburg, Magdeburg, Erfurt, Bernburg und Rostock sind dokumentiert.
Zwölf verschiedene Episoden stellten Dr. Alexander Börger, Christiane Scarpino, Barbara und Klaus Scholz in einer einstündigen Lesung im Rollenspiel vor. Das waren unter anderem Till Eulenspiegels dreimalige Taufe, der schelmische Ritt auf einem Pferd zusammen mit seinem Vater, die Sammlung linker Schuhe bei einem seiner Auftritte als Schabernack, seine misslungenen Einsätze als Koch, Bäcker und Turmbläser. Wie er einem Esel das Lesen beibrachte und vieles mehr folgte in humorvollen Texten an diesem Abend.
1350 starb Till Eulenspiegel in Mölln. Dort gibt es noch seine Grabstelle. „Manche Leute nahmen die Streiche nicht übel“, heißt es auch in Überlieferungen von damals. Bekannt ist lediglich, dass es wegen der Streiche einen heftigen Rauswurf aus einem Rathaus gab. In unserer Region wird durch das Museum und den „Till-Nachfolger“ in persona als agierende Figur in Schöppenstedt daran erinnert.

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