30. Mai 2021
Buntes

Treue Seelen in Pastell

Sabine Potyka zeichnet seit rund 20 Jahren Tierporträts

Sabine Potyka malt seit rund 20 Jahren Tierporträts mit Pastellkreide. Foto Privat

Stöckheim. Angefangen hat alles mit Brötchentüten – damals Mitte der 1980er Jahre. Nach ihrem Studium an der Hochschule für Bildende Künste (HBK) entwarf Sabine Potyka die Tüten für eine Werbemittel- und Verpackungsfirma.

Zwölf Jahre lang verdiente die diplomierte Grafik-Designerin auf diese Weise im wahrsten Sinne des Wortes „ihre Brötchen“, doch irgendwann merkte sie: Die Liebe zu Tieren ist stärker. Seit Anfang der 2000-Jahre zeichnet die Stöckheimerin deshalb Tierporträts. Die NB hatte sie vor 15 Jahren schon einmal besucht. Wir wollten wissen: Was hat sich verändert?

Mehr als 15 Jahre gehörte Nicky zur Familie von Sabine Potyka. Natürlich wurde auch er verewigt.

„Eigentlich nicht viel“, lacht Sabine Potyka am Telefon. Nur, dass sie mittlerweile nicht mehr auf rund 500 Porträts blicke, sondern auf ungefähr 1000. „Anfangs habe ich fast jeden Tag ein Bild gemalt, das mache ich inzwischen nicht mehr“, sagt die heute 58-Jährige. So richtig populär wurde die Stöckheimerin durch ihre Kolumnen in der Fachzeitschrift „Mein Hund“, ihre Bücher über ihre Vierbeiner Bo und Nicky und zahlreiche Berichte in Zeitungen, Zeitschriften und im Fernsehen. Sabine Potyka erhielt Anfragen aus ganz Deutschland, außerdem aus Österreich und der Schweiz. Fast im Akkord schuf sie ihre tierischen Porträts.

Es ist ein bisschen ruhiger um sie geworden – natürlich auch bedingt durch die Corona-Pandemie, die die Freiberuflerin bei der Zahl der Aufträge spürt. Aber auch sonst lässt sich Sabine Potyka heute mehr Zeit, malt und zeichnet auch mal ganz andere Motive wie Blumen oder Menschen. „Ich habe meine Technik verfeinert und noch einmal meinen Blick geschult. Ich denke, ich male heute wesentlich detailreicher“, sagt sie über sich selbst.

Ihr Anspruch: Das Wesen ihres Motivs einzufangen. Bei den Tierporträts also den unverwechselbaren Charakter der Hunde, Katzen. Pferde oder Vögel, ohne diese zu verniedlichen. „Ich möchte die Seele des Besitzers berühren. Er oder sie soll intuitiv sagen: Ja, das ist mein Tier“, sagt Potyka. Wie gut ihr das gelingt – das hängt auch von der Vorlage ab, die man ihr zur Verfügung stellt, denn Sabine Potyka malt immer nach einem Foto. „Je besser das ist, desto mehr kann ich mich in das Tier einfühlen.“ Ein No Go ist für sie deshalb ein eilig geschossener Handy-Schnappschuss und wenige bis gar keine Informationen über das Tier selbst. „Oft werde ich von Kindern, Freunden oder Verwandten beauftragt, ein Porträt für jemanden zu erstellen. Die können mir aber außer dem dem Namen nur wenig zu dem Tier erzählen, was meine Arbeit enorm schwierig macht.“ Sie rät dann dazu, einen Gutschen zu verschenken. Und wer sich nicht sicher ist, ob er das Tier gut genug mit der Kamera einfängt, der kann sich von Sabine Potyka beraten lassen. „Ich weiß, wie schwierig es sein kann, den geliebten Vierbeiner zu fotografieren. Nicht jedes Tier mag das“, weiß die Hundenärrin aus eigener Erfahrung.

Mehr Infos zu Sabine Potyka gibt es unter www.tierportaits.de sowie auf Facebook und Instagram unter sabinepotykatierportraits.

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