26. Juli 2021
Soziales

Überrannt

Fitnessclub organisierte Hilfsaktion

Viele fleißige Helfer beluden die Transporter. Foto: Privat

Schwarzer Berg. Eigentlich hatte alles ganz klein angefangen. „Sollen wir nicht für die Flutopfer ein paar Tüten packen?“, schlug eine Mitarbeiterin des Workouts in der Wasserwelt vor. Die Idee stieß auf Zustimmung.

Schnell wurde der Kontakt zum ASB in Peine hergestellt, der am vergangenen Wochenende einen Transport nach Nordrhein-Westfalen schickte. Was dann aber geschah, beschreibt Clubleiterin Sahar Kimiaei-Asadi am Telefon nur mit einem Wort „Wahnsinn!“.

Was war passiert? Der Club hatte die Idee, Decken, Kleidung und Spielsachen zu sammeln, auf seiner Facebook-Seite publik gemacht. Rund 160 Mal wurde der Beitrag „Gemeinsam spenden“ geteilt. Hunderte erklärten sich spontan bereit mitzumachen. „Die nächsten zwei Tage wurden wir förmlich überrannt“, erinnert sich Kimiaei-Asadi. Innerhalb kürzester Zeit stapelten sich Tüten, Säcke und Kartons im Studio und davor, „und auf dem Parkplatz vor der Wasserwelt wartete eine ganze Autokolonne“, erzählt die Clubleiterin von Momenten, in denen sie ins Schwitzen kam. Vom Hundefutter über Koffer und Spielzeug bis hin zu Matratzen war alles dabei. Manche Dinge eher gut gemeint als nützlich wie bei einem ganzen Schwung Kleiderbügel – „In welchen Schrank hätte die jemand hängen sollen, wo doch alles zerstört war“, sagt Kimiaei-Asadi ein bisschen ratlos.

Schnell war klar: Die gecharterten Transporter der Wäscherei reichten nie und nimmer aus. „Zum Glück erklärten sich zahlreiche Mitglieder und Externe bereit, ihre Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen“, war Kimiaei-Asadi froh. Neben Autos rollten sogar Camper vor, um die 200 Tüten und Kisten nach Peine zu transportieren.

Die Clubleiterin ist jetzt noch zu Tränen gerührt, weiß aber auch: „Das nächste Mal werden wir einen solchen Aufruf besser vorbereiten. Ich glaube, da waren wir ein bisschen blauäugig. “

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