Und für den Zoo gibt’s virtuelle Futterpakete | Neue Braunschweiger
28. Juni 2020
Soziales

Und für den Zoo gibt’s virtuelle Futterpakete

Semesteraufgabe: Mit Alltagstipps und Ideen den Menschen durch die Coronakrise helfen

Dr. Susanne Robra-Bissantz leitet das Institut für Wirtschaftsinformatik an der TU Braunschweig und auch die „BedienDich"-Begleitforschung für personennahe Dienstleistungen. Foto: Korth

Braunschweig. „Wirtschaftsinformatik – das klingt so dröge“, sagt Professor Dr. Susanne Robra-Bissantz. Ihre Studierenden beweisen gerade, dass dem nicht so ist. Der Coronapandemie setzen sie ihre Ideen und Projekte entgegen.

Ganz dicht an den Menschen und dem, was sie gerade bewegt. Das Projekt „Braunschweig zeigt Maske“ etwa, war eine Idee der angehenden Wirtschaftsinformatiker und hatte großen Erfolg. Auch die NB berichtete über das Angebot, Schneider und Schneiderinnen für die Herstellung von Mundschutzen – am Anfang der Coronakrise Mangelware –zu vermitteln. „Super gemacht“, lobt die Institutsleiterin. Die jungen Leute helfen aber auch dabei, die Zootiere in Braunschweig satt zu bekommen oder praktische Lebenshilfe zu geben.

In der Wirtschaftsinformatik gehe es immer darum, digitale Dienstleistungen und Services zu entwickeln. Susanne Robra-Bissantz formuliert die Ausgangsfragen so: „Wie kann man Menschen etwas Gutes tun und das Leben besser machen.“ Und ergänzend: Wie können digitale Anwendungen dabei helfen. Dabei kann es im Bereich des E-Commerce beispielsweise um Konzepte für den stationären Handel gehen oder – aus aktuellem Anlass – „um Services für den Bürger“. Gerade aus dem Urlaub gekommen, hatte Susanne Robra-Bissantz die Idee: Die Gesellschaft soll von dem, was die Studierenden sich ausdenken, profitieren.

Der starke Praxisbezug des Studiums wird hier noch einmal gesteigert. Susanne Robra-Bissantz, die auch Beauftrage fürs Campusleben ist, und mit dem „Sandkasten“ eine Projektplattform für viele Ideen und Initiativen geschaffen hat, ist das wichtig: „Die Studierenden sollen mehr aus ihrem Studium machen, den internen Zusammenhalt stärken und mit Externen in Kontakt kommen.“

Julius Haus und seine Projektgruppe ergänzten die Internetseiten des Braunschweiger Zoos, um Futterspenden zu sammeln. „Bei der Frage, wer ist durch die Coronakrise am meisten betroffen, sind wir schnell auf die Tierparks gekommen, denen die Einnahmen weggebrochen sind“, sagt Julius Haus. Sieben Studierende machten sich an die Arbeit. Auf der neuen Internetseite können Tierfreunde Fleisch für die Waschbären, Obst für die Affen oder auch Heu für die Esel finanzieren und zudem noch eine persönliche Grußbotschaft an die Tiere oder die Familie Wilhelm zurücklassen. Kommentare wie „Mahlzeit!“ oder „Wir finden die Anlage so toll, da muss man in so einer Zeit einfach helfen“ zeigen, dass dieses Angebot gut aufgenommen worden ist. Die Internetseite, sagt Julius Haus, solle dauerhaft geschaltet bleiben. „Wir werden uns auch weiterhin um Anpassungen kümmern“, verspricht er.

Alltagstipps, um die Coronakrise besser zu meistern, sammeln Lisa Lohrenz und ihr Team auf der Plattform „BedienDich.org“. Auch über Facebook und Instagram werden die Ideen und Anwendungen als Alltagstipps oder sogenannte Lifehacks bekannt gemacht. „Benimmregeln“ für die Videokonferenz waren dort ebenso ein Thema wie Anleitungen für Yogaübungen im Homeoffice oder eine App, die anhand der kläglichen Reste im Kühlschrank Rezeptvorschläge macht. Aufgabe an die Gruppe: „Jeder muss jede Woche eine Idee bringen.“ Das größte Problem dabei sei es, aktuell zu sein. Bis August will die Gruppe aber auf jeden Fall weitermachen.

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