„Unser Ziel sind die Playoffs“

Basketball-Bundesliga: Die NB sprach mit DeAndre Lansdowne über die Ambitionen der Löwen, seine Zukunft und den Umgang mit Druck

Athletisch, schnell und wurfstark präsentierte sich DeAndre Lansdowne auch gegen Ludwigsburg, als ihm 32 Punkte gelangen. Am Sonntag (18 Uhr) empfangen seine Löwen Jena. Foto: Hübner

Braunschweig. Mit DeAndre Lansdowne ist Frank Menz, dem Sportdirektor der Basketball-Löwen, im Sommer 2017 ein echter Glücksgriff gelungen. Der Shooting Guard aus New Mexico gilt als absoluter Musterprofi, der seinen Beruf auch im Training und in Sachen Ernährung sehr ernst nimmt.

Und das zeigt sich auf dem Parkett, wo Lansdowne mit rund 18 Zählern pro Partie der drittbeste Punktesammler der Bundesliga ist und bei seinen Löwen gerade in den entscheidenden Phasen immer wieder auftrumpft.
Neben Scott Eatherton ist Lansdowne Anführer und Gesicht der Löwen. Die Verträge der beiden Ausnahmespieler laufen zum Saisonende aber aus. Auch das war ein guter Grund für die NB, sich mit dem 29-jährigen US-Amerikaner zu unterhalten, der seine Profi-Karriere in Mexiko begonnen hatte, ehe er sich von der ProB über die ProA in die BBL hocharbeitete. Über die aktuelle Situation der Löwen und über seine persönliche Zukunft.

Die Löwen sind mit fünf Niederlagen in Serie in die Bundesliga-Saison gestartet. Hatten Sie in diesem Moment auch mal Zweifel an ihrem Team?

Nein. Wir sind gegen eine Reihe sehr guter Teams gestartet, wie Oldenburg oder Bayern. Wir haben uns einfach gesagt, dass es noch früh in der Saison ist und wir nur weitermachen und besser werden müssen. Wir hatten eine Reihe neuer Spieler, die neue Positionen erlernen mussten. Rookies, die nun plötzlich Profis waren. Aber schließlich hat ja alles funktioniert.

Wo kann die Reise der Löwen denn noch hingehen, jetzt, da sie sogar an den Playoff-Rängen schnuppern?

Wir machen uns selbst keinen Druck. Ich glaube, dass die Erwartungen von außen höher sind als unsere eigenen. Wir wollen natürlich gewinnen und so weit kommen, wie es geht. Aber wir wissen auch, dass wir nicht die gleichen Möglichkeiten haben wie andere Teams, was zum Beispiel das Budget betrifft. Es ist toll zu sehen, wie die Jungs in unserer Mannschaft von Woche zu Woche härter arbeiten. Wir haben das Gefühl, dass wir immer noch nicht auf dem Level sind, auf dem wir sein könnten. Es könnte noch eine spaßige, verrückte Reise werden. Manche Teams mit hohen Budgets tun sich recht schwer, Ulm etwa, auch Frankfurt oder Würzburg. Alles scheint momentan möglich. Das beste daran ist, dass wir ohne Druck aufspielen können.

Coach Menz hat jüngst wieder gesagt, dass die Löwen „definitiv kein Playoff-Team“ sind. Nagt so eine Aussage nicht auch ein bisschen an Ihrem Stolz?

Nein. Unser Ziel sind die Playoffs, aber wir würden uns auch nicht als Playoff-Team bezeichnen. Die Saison ist noch jung, es ist gerade mal ein Drittel absolviert. Wir machen uns keinen Druck. Und man sieht, dass einige Teams, die den Druck haben, momentan nicht gut abliefern. Wir waren im vergangenen Jahr kein Playoff-Team, aber wir wollen besser sein als vergangene Saison. Als Team und individuell.

Sie und Center Scott Eatherton gehören auf Ihren Positionen zu den besten Spielern der Bundesliga. Verständlich, dass die Fans gerne sehen würden, was Sie in den Playoffs so ausrichten könnten, oder?

Scott und ich sind nichts ohne die Spieler ums uns herum und den Trainerstab. Wir sind die „Go-to-Guys“, aber ohne die Hilfe des Teams könnten wir nicht das tun, was wir auf dem Feld leisten. Unser Ziel ist, das Team so gut zu führen wie es geht. Und wir glauben schon, dass es schwer ist, uns beide unter Kontrolle zu kriegen. Wenn ich außen gut spiele, eröffnet das Räume unter dem Korb für Scott. Wenn er innen gut spielt, ergibt das Räume für mich. Und wenn wir beide gut spielen, schafft das Räume für Tommy, BJ, Shaquille, Joe und alle anderen. Das macht dann ihren Job viel einfacher. Und an Tagen, an denen Scott oder ich nicht gut waren, sind stets andere in die Bresche gesprungen. Das zeichnet ein Team aus.

Ihr Zweijahresvertrag läuft zum Saisonende aus und Sie haben in Ihrer Zeit in Braunschweig sicher viel Interesse bei anderen Mannschaften, auch Spitzenmannschaften, geweckt. Sehen Sie Ihre sportliche Zukunft in Deutschland?

Meine Zukunft ist dort, wo auch immer es mich hinführen wird. Ich liebe Deutschland, ich liebe es hier zu spielen, und ich hätte nichts dagegen, hier zu bleiben. Ich möchte damit weitermachen, Fortschritte in meiner Karriere zu machen. Frank Menz weiß das auch und versucht, mich auf das nächste Level, auf dem ich möglicherweise bald spielen könnte, vorzubereiten. Mein nächstes Ziel ist es international zu spielen, in der Euroleague, in der Champions League oder im Eurocup. Das könnte bei einem deutschen Team, aber auch anderswo sein. Deshalb versuche ich, jeden Tag dazuzulernen. Dafür arbeite ich jeden Tag.

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