Unsere Stadt spielt oben mit | Neue Braunschweiger
18. August 2015
Politisches

Unsere Stadt spielt oben mit

Aktuelle Studie unterstreicht die gute Stellung Braunschweigs als Einkaufsstadt.

Trotz ungemütlichen Regenwetters und andauernder Sommerferien war die Innenstadt – wie hier auf dem Sack – auch gestern Nachmittag gut besucht. Foto: Ammerpohl

Von Andreas Konrad, 19.08.2015.

Braunschweig. Weniger Kunden, mehr Onlinekäufe – durch sinkende Umsätze ist bundesweit jedes zehnte Ladengeschäft von Schließung bedroht. Nicht so in Braunschweig, sagt das Institut für Handelsforschung (IFH) in einer aktuellen Studie.

Die Löwenstadt ist einer der wenigen Leuchttürme in der Nordhälfte der Republik.
„Attraktive Innenstädte punkten mit Gestaltung, Ambiente, Erlebnischarakter und Angebots-vielfalt“, rät Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. Die IFH-Studie „Stadt, Land, Handel 2020“ zeigt auf, wie Städte an Attraktivität gewinnen können, und wie sich der stationäre Handel in einzelnen Regionen zukünftig entwickeln wird. Im Ergebnis sieht Volkmar von Carolath, Vorstandsvorsitzender des Arbeitsausschusses Innenstadt (AAI), den besonderen Weg, den Braunschweig die letzten Jahre eingeschlagen hat, bestätigt.

„Wir haben im Einzelhandel zwei Probleme: Onlinehandel und demografischer Wandel“, unterstreicht von Carolath die Analyse der IFH-Studie. „Genau die Faktoren, die Innenstädte attraktiv machen, haben wir schon vor zehn Jahren berücksichtigt“, so Carolath weiter. Und das „wir“ sei dabei eines der Erfolgsrezepte der guten Braunschweiger Situation.
„Ob Kirchen, Gewerkschaften, Handel oder Stadtmarketing, in Braunschweig ziehen alle an einem Strang. Mit der Einführung der verkaufsoffenen Sonntage oder Anstößen wie dem Bau der Schlossarkaden haben wir gemeinsam viel erreicht“, sagt Carolath. Jüngstes Beispiel sei die Aktion „Braunschweig blüht auf“, die bei den Menschen bestens angekommen sei und so für zusätzliche Anreize, die Stadt zu besuchen, gesorgt habe.

Ein weiterer Vorteil Braunschweigs ist aber auch die Lage mit einem großen Einzugsgebiet in der Region. Umfragen zeigten, dass die Besucher bis zu einer Stunde Autofahrt in Kauf nähmen, um in die Stadt zu kommen, weiß Carolath.
Auf die Region will der AAI auch für die Zukunft setzen. Warum sollten keine Touristen kommen, um sich die Region anzuschauen und in Braunschweig einzukaufen, stellt Carolath in den Raum. Hieran arbeite man ebenso wie an einer Verbesserung der Onlinepräsenz der Händler, um weiter in der Spitze der Einkaufsstädte zu bleiben.

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