Unter der Folie tut sich was …

Sonnige Aussichten: Passend zum Beginn der Spargelsaison wird es am Wochenende warm

Olaf Puls zeigt, wie der Spargel richtig gestochen wird, damit möglichst lange Stangen geerntet werden. Foto: Jacqueline Arend

Watenbüttel. Das Warten hat ein Ende: Der milde Winter hat den Beginn der Spargelsaison vorverlegt.

Schon Mitte März ließen sich die ersten Spargelköpfe sehen, aber nun gibt es kein Halten mehr.
In Papes Gemüsegarten stehen arbeitsreiche Wochen bevor.
„Letzte Saison gab es erst Mitte April den ersten Spargel, aber mit einem mildem Winter und warmen Frühjahr wächst der Spargel schneller und früher. Ob die Dürre des letzten Jahres Auswirkungen auf die Ernte hat, bleibt noch abzuwarten.
Ich bin jedoch guter Dinge für die kommende Saison“, erzählt Olaf Puls.

Die NB hat ihn auf dem Hof in Watenbüttel besucht. Am Ortseingang liegen die Spargelfelder gut eingepackt unter Folie. Jetzt am Anfang der Spargelsaison kostet das Kilo Qualitätsspargel noch 18 Euro, mit steigenden Temperaturen und Erntemengen wird der Preis aber noch fallen.

Seit rund 600 Jahren gibt es den Bauernhof in Watenbüttel und der Spargel gehörte schon immer dazu.
2016 haben Olaf und Mareike Puls den Betrieb von Mareikes Eltern übernommen und arbeiten seither leidenschaftlich, um die Braunschweiger mit ihrem regionalen Gemüse zu begeistern. Auch, wenn es harte Arbeit ist.

„Es ist ein Knochenjob, irgendwann hat man Schmerzen im Rücken und in den Händen. Es ist immer viel zu tun und wir dürfen eigentlich nie krank werden.“ Aber diese Aufzählung ist nur die halbe Wahrheit.
„Wir machen das alle gern“, sagt Olaf Puls. Mit der Arbeit stehen er und sein Team nicht allein da, Erntehelfer aus Rumänien kommen während der Spargelzeit.

Bis zum 24. Juni werden die Stangen gestochen, danach müssen sich die Pflanzen erholen.
Doch mit den zwei Monaten ist die Arbeit nicht getan. Bereits jetzt werden die Spargelpflanzen für 2021 gepflanzt.
Dazu kommt die Routinearbeit: Düngen, bewässern, Unkraut jäten, täglich unter die Folie und auf die Felder gucken.
Der Preis liegt aktuell bei 18 Euro je Kilo.

„Die Preise verändern sich im Laufe der Saison, es ist alles abhängig von der Ernte, dem Wetter und der Natur, aber natürlich muss auch der Aufwand entlohnt werden. Vom Anbau, Ernten und Sortieren bis zur kaufmännischen Arbeit und der Instandhaltung des Spargelfeldes kommt da so einiges zusammen“, erläutert der Landwirt.

Kritisch beäugt wird manchmal der Preis, aber auch Folien und beheizte Felder wie das in Rietze bei Edemissen sind nicht jedermanns Sache.

Puls: „Für das Spargelfeld wird die überschüssige Wärme der Biogasanlage genutzt, um die Wasserleitungen in der Erde aufzuheizen. Ansonsten würde die warme Luft ungenutzt bleiben. Wir verwenden also mit gutem Gewissen nur Energie, die bereits da ist.“

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