14. August 2021
Sport

VfL: Der letzte Nordklub in der Bundesliga

Wolfsburg heute zum Saisonauftakt gegen den VfL Bochum – „Wechselfehler“ sorgt für Schlagzeilen

Mit mehr als 300 Pflichtspielen für den VfL ein echtes Urgestein: Maximilian Arnold im Pokalspiel gegen Münster. Foto: Darius Simka/regios24

Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg geht an diesem Wochenende in seine 25. Bundesliga-Saison. Es war der 2. August 1997, als Roy Präger den Wölfen einen gelungenen Auftakt gegen Rostock (1:0) in der letzten Minute bescherte.

Seit diesem Tag hält sich der VfL in der Eliteklasse, gewann 2009 die Meisterschaft, 2015 den Vizetitel und den Pokal sowie die Champions-League-Qualifikation in der abgelaufenen Saison. Aber auch die beiden Relegationen gegen den Abstieg 2017 und 2018 stehen in der Bilanz.

Und doch wird die Jubiläumssaison der Wolfsburger zumindest aus norddeutscher Sicht eine ganz besondere sein: Der VfL ist das einzig noch verbliebene Team in der Bundesliga aus dem Norden. Dieser spielt inzwischen vorwiegend zweitklassig: Werder Bremen, Hamburger Sportverein, Hannover 96, FC St. Pauli sowie Rostock und Kiel schmücken das Unterhaus, Eintracht Braunschweig steht wieder in der 3. Liga.

Dem „Wechselfehler“ im DFB-Pokal – Wolfsburg hat in dieser Woche unfreiwillig die Schlagzeilen in Fußball-Deutschland bestimmt und Hohn und Spott für seine sechs Einwechselungen beim Spiel gegen Preußen Münster über sich ergehen lassen müssen – sollen nun positive Nachrichten folgen und mit einem Heimsieg gegen Aufsteiger VfL Bochum (Samstag, 15.30 Uhr, Volkswagen-Arena) der Grundstein für eine erfolgreiche Bundesliga-Saison gelegt werden.

Man darf gespannt sein, wie die Grün-Weißen diesmal mit der Favoritenrolle zurechtkommen. Gegen Regionalligist Münster taten sich die Wolfsburger damit auf jeden Fall schwer, retteten sich erst durch den Last-Minute-Ausgleich von Josip Brekalo in die Verlängerung. Und dann passierte eben das, was sogar Frankfurts Erstrunden-Aus in den Hintergrund rücken ließ: Der neue VfL-Coach Mark van Bommel wechselte Sebastiaan Bornauw und Admir Mehmedi ein, nachdem er schon zuvor viermal Personal getauscht hatte.

Ob die beiden Treffer von Wout Weghorst und Ridle Baku, die anschließend noch zum 3:1-Erfolg führten, letztlich nur statistischen Wert hatten, darüber wird nun das DFB-Sportgericht entscheiden (Entscheidung ist für Montag terminiert). Münster hat jedenfalls Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt.

Doch zurück zum Heimspiel gegen den VfL Bochum, der nach elfjähriger Abstinenz als Zweitliga-Meister ins Oberhaus zurückgekehrt ist. Einer der Macher des Erfolges ist in Wolfsburg ein guter alter Bekannter: Thomas Reis. Bochums Coach hatte von 2016 bis 2019 erfolgreich als U19-Trainer der „Wölfe“ gearbeitet, ehe er im September 2019 an alte Wirkungsstätte im Ruhrgebiet zurückkehrte. Dorthin, wo er zwischen 1995 und 2003 bereits als Spieler seine Spuren hinterlassen hatte und zwischen 2011 und 2016 in mehreren Funktionen als Trainer tätig gewesen war.

Reis ist im Übrigen längst nicht der einzige, der bei den Blau-Weißen über eine Wolfsburger Vergangenheit verfügt: Sportchef Sebastian Schindzielorz wurde 2009 mit den „Wölfen“ deutscher Meister, und die Bochumer sicherten sich zudem per Leihe die Dienste von Elvis Rexhbecaj, der erst im Sommer aus Köln nach Wolfsburg zurückgekehrt war. Er soll gemeinsam mit dem Ex-Herthaner Eduard Löwen die Lücke im Mittelfeld schließen, die durch den Weggang von Robert Zulj entstanden ist. Mit 16 Toren und 17 Vorlagen war der Österreicher der Topscorer der Bochumer in der Aufstiegssaison, wechselte dann aber für nur 350 000 Euro zu Ittihad Kalba in die Vereinigten Arabischen Emirate.

Die Bochumer bekleckerten sich im DFB-Pokal beim 2:1-Sieg nach Verlängerung bei Regionalligist Wuppertaler SV zwar ebenfalls nicht mit Ruhm, nehmen als Aufsteiger dennoch eine gewisse Euphorie mit in die Saison. Die Wolfsburger sollten also gewarnt und vor allem hochkonzentriert sein, wenn sie das erste Kräftemessen mit den Bochumern seit dem 6. März 2010 (4:1) für sich entscheiden wollen.

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