19. Juni 2021
Sport

Viel Schatten, wenig Licht

Der starke Brian Behrendt spielt auch in der nächsten Saison für Braunschweig. Foto: Darius Simka/regios24

Braunschweig (evc). 15 Spieler stießen in der abgelaufenen Saison zu den Blau-Gelben. Nach dem Abstieg zieht NB-Mitarbeiter Elmar von Cramon eine Bilanz.
Suleiman Abdullahi: Nach einer schwachen Hinrunde wurde der Nigerianer auch im neuen Jahr immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen. Nach vier Toren gegen Osnabrück und seinen Ex-Club Union Berlin keimte kurz die Hoffnung auf, dass der bullige Angreifer zum Held im Abstiegskampf werden könnte. Die erfüllte sich nicht.

Brian Behrendt: Nach seinem Bankdrücker-Dasein in Bielefeld mauserte sich der Innenverteidiger zum absoluten Leistungsträger. Der Routinier verlieh der zuvor wackeligen Defensive zusammen mit Oumar Diakhite Halt und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass die Löwen zwischenzeitlich viermal in Serie ohne Gegentor blieben. Zeigt sich mit seinem Verbleib in Braunschweig charakterstark.

Yassin Ben Balla: Der Mittelfeldmann pendelte seit Jahresbeginn zwischen Bank und Stammelf und ließ seine Klasse immer wieder aufblitzen. Konnte sich trotz Zweikampfstärke und gutem Tempo aber nicht als Stammspieler etablieren und wird die Löwen aller Voraussicht nach verlassen.

Oumar Diakhite: Der international erfahrene Senegalese kam als unbeschriebenes Blatt und spielte sich mit seinem Einsatzwillen schnell in die Herzen der Fans. Taktisch und physisch sehr stark, konnte er der wackeligen Defensive Halt verleihen, auch wenn er zwischenzeitlich einige Aussetzer hatte. Könnte mit EU-Pass künftig weiter für die Löwen auflaufen.

Felix Dornebusch: Das wohl größte Missverständnis unter den Neuen. Nachdem der Ex-Nürnberger seinen Stammplatz an Jasmin Fejzic verloren hatte, kam er nur noch in Freundschaftsspielen zum Einsatz und wird den Verein wieder verlassen.

Dong-Won Ji: Der aus Mainz ausgeliehene Angreifer galt als große Hoffnung im Abstiegskampf. Nach dynamischem Beginn und zwei guten Spielen verschoss er gegen Bochum einen wichtigen Elfmeter und kam danach nicht mehr auf sein früheres Leistungsniveau.

Fabio Kaufmann: Der Ex-Würzburger zeigte Charakter und versuchte immer wieder, sich gegen den drohenden Abstieg zu stemmen. Letztlich fehlte dem Flügelspieler aber trotz viel Tempo und guter Technik die Torgefahr.

Niko Klaß: Der Innenverteidiger wurde aufgrund seiner Schnelligkeit fast ausschließlich auf der linken Abwehrseite eingesetzt und zeigte einige ansprechende Auftritte. Letztlich versagten dem Ex-Oberhausener aber auch häufig die Nerven. Hatte die Löwen aus privaten Gründen vor Saisonende verlassen und wird ihnen auch nicht erhalten bleiben.

Felix Kroos: Sein wichtiges Traumtor gegen Sandhausen und einige Zuckerpässe werden den Fans in Erinnerung bleiben, gleichwohl war er für den Zweitliga-Abstiegskampf der falsche Mann. Immer wieder fielen Zweikampfschwäche und fehlende Dynamik auf, auch seine Verpflichtung wird als riesiges Missverständnis in die Eintracht-Geschichte eingehen.

Njegos Kupusovic: Die Verpflichtung des talentierten Serben ist rückblickend betrachtet ein Rätsel, da ihm das Trainerteam nur 60 Minuten Gesamtspielzeit zutraute.

Iba May: Der zweikampfstarke Ex-Wolfsburger kam aufgrund der Konkurrenzsituation im defensiven Mittelfeld im neuen Jahr kaum noch zum Einsatz. Bleibt den Löwen aber in der dritten Liga erhalten und kann erneut angreifen.

Jannis Nikolaou: Wie erwartet zeigte sich der Defensivmann im Mittelfeld wesentlich stabiler als zuvor in der Abwehrzentrale. Versuchte als Kapitän mehr Verantwortung zu übernehmen, was mal besser und mal schlechter gelang. Sollte er den Löwen erhalten bleiben, wäre er ein Riesengewinn für die Schiele-Elf.
Michael Schultz: Ließ sich nach schwacher Hinrunde zu Viktoria Köln in die dritte Liga ausleihen. Avancierte dort zu einem der Garanten für den Klassenerhalt. Kehrt zur neuen Saison zu den Löwen zurück und kann ein ganz wichtiger Spieler werden.

Dominik Wydra: Wie Nikolaou tat auch dem Österreicher der Wechsel ins defensive Mittelfeld gut. Zeigte zwischenzeitlich ansprechende Leistungen, bevor es in der Endphase der Saison zu einem totalen Leistungsabfall kam. Insgesamt zeigte er viel zu wenig, sodass die Zusammenarbeit folgerichtig endet.

Auch interessant