Viele Fragezeichen hinter einer BBL-Fortsetzung | Neue Braunschweiger
22. April 2020
Sport

Viele Fragezeichen hinter einer BBL-Fortsetzung

Basketball-Bundesliga: Löwen-Manager Schmidt ist skeptisch, dass die Saison weitergehen kann

Löwen-Kapitän Tommy Klepeisz (am Ball) ist mittlerweile in seine Heimat Österreich zurückgekehrt. Foto: SoulClap Media/oh

Braunschweig. Wird die Saison der Basketball-Bundesliga an nur drei Standorten und vor leeren Rängen zu Ende gespielt? Diese Idee brachte Liga-Chef Stefan Holz in der vergangenen Woche ins Gespräch. Anfang der kommenden Woche soll über den Vorschlag in einer Videokonferenz beraten werden.

„Ich bin für die Idee absolut offen, aber auch skeptisch. Und andere Kollegen auch“, sagt Löwen-Geschäftsführer Sebastian Schmidt über die Gedankenspiele aus der Liga-Zentrale. Zu viele Fragen seien derzeit noch nicht beantwortet, ein fertiges Konzept liege ihm noch nicht vor. Ob etwa einfach der Liga-Spielplan – mit oder ohne Playoffs? – beendet werden soll oder ein ganz neuer Modus greift: alles noch völlig offen.

„Für mich ist es sehr wichtig, dass es wirtschaftlich, sportlich und auch ethisch vertretbar ist“, sagt Schmidt über die eventuelle Wiederaufnahme des Spielbetriebs. „Es ist zum Beispiel wichtig, dass wir dann trotzdem noch einen vernünftigen Wettbewerb haben und die Teams nicht mit einer halben Nachwuchs-Mannschaft antreten“, erklärt Schmidt vor dem Hintergrund, dass mittlerweile viele ausländische Spieler ihre Vereine verlassen haben. Und schließlich müsse zwischen den Spielen ja auch unter Profi-Bedingungen trainiert werden können.

Schmidt macht zudem deutlich, dass der Gesundheitsaspekt für ihn klar im Vordergrund steht. Und da wird es besonders knifflig. „Alle Klubs müssten in einem Hygiene-Hotel abgeschottet sein, es müssten regelmäßige Tests durchgeführt werden, es gäbe Ganzkörperdesinfektion – das wäre ein Riesenakt“, sagt der Löwen-Manager und stellt eine folgerichtige Frage: „Was passiert eigentlich, wenn es in einem der Hygiene-Hotels dann doch einen Infektionsfall gibt?“

Während im Fußball derzeit leidenschaftlich über die Fortsetzung der Bundesliga-Saison diskutiert wird, gab die Handball-Bundesliga gestern ihr Saisonende bekannt. Der Fußball sei eher kein Orientierungspunkt für die Basketballer, glaubt Schmidt: „Der Vergleich zum Handball ist deutlich realistischer als zum Fußball. Auch, weil der Fußball über viel mehr Möglichkeiten verfügt als wir. Allein was die Fernsehgelder einbringen, da kann man ganz andere Sicherheitsvorkehrungen treffen.“
Ist es also denkbar, dass die Basketball-Bundesliga schon in der nächsten Woche dem Handball folgt und ihre Saison für beendet erklärt? Der Löwen-Geschäftsführer weiß es nicht. „Aber ich würde im Moment nichts ausschließen.“

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