10. April 2021
Nachhaltigkeit

Viele kleine Bäume für die Zukunft

Jubiläumsaktion „Schenk dem Harz einen Baum“ findet große Resonanz

Speziell im Süden Niedersachsens und im Harz haben die Dürrejahre große Schäden verursacht. Eine größere Vielfalt an Baumarten soll dabei helfen, den Wald der Zukunft klimastabiler zu machen. . Niedersächsische Landesforsten

Region. Dürre, Stürme und Schädlinge haben ganzes Zerstörungswerk geleistet, aber dagegen wird gemeinsam angepflanzt. Zum 75. Geburtstag hat die Braunschweiger Zeitung die Aktion „Schenk dem Harz einen Baum“ gestartet, außerdem selbst 750 junge Bäumchen gestiftet, um den „United Kids Foundations Wald“ bei Torfhaus wachsen zu lassen.

Das selbst gesteckte Ziel: 7500 Bäume sollen es werden. In dieser Woche waren schon rund 4500 Bäumchen verkauft. Die Pflanzaktion wird in Zusammenarbeit mit den Niedersächsischen Landesforsten in die Tat umgesetzt.

Auf der Fläche in der Nähe von Torfhaus standen ausschließlich Fichten. Nach dem Krieg hatten die Alliierten im Harz weiträumige Kahlschläge hinterlassen, die schnell wieder aufgeforstet werden sollten. Die rund 80-jährigen Fichten waren den Herausforderungen der vergangenen Jahre nicht mehr gewachsen: Erst Sturm Friederike im Januar 2018, dann die große Trockenheit 2018 und 2019 und zuletzt ein massiver Borkenkieferbefall ließen mehr und mehr Bäume sterben.
„Wir pflanzen dort eine breite Palette an standortangepassten Bäumen, vor allem Laubbäume wie Bergahorn, Spitzahorn, Rotbuchen, aber auch Nadelbäume wie Lärchen und Douglasien. Aus Naturverjüngung aufkommende Fichten werden in diesen Mischwald integriert, sodass wir eine ‘bunte Mischung’ für die Herausforderungen im Klimawandel bereitstellen“, beschreibt Dennis Glanz von den Landesforsten das Vorgehen.

Daran kann sich jeder beteiligen. Für einen Betrag von je fünf Euro können die Jungbäume online im Lesershop (shop.bzv.de) oder in den Service-Centern der Zeitung (je nach Öffnungslage) gekauft werden. 4500 Bäumchen haben bereits Abnehmer gefunden, 7500 sollen es bis zum Abschluss der BZ-Jubiläumsaktion sein. 7500 ist keine kleine Zahl, insgesamt aber haben die Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten in den vergangenen Wochen und Monaten Millionen junger Bäume in den Waldboden gebracht. „Aktuell machen wir schneebedingt eine kleine Pause. Sobald es einigermaßen offen ist, greifen wir wieder an, um unser großes Pensum bewältigen zu können. Die Pflanzsaison endet mit der ersten Frühjahrstrockenheit, meist Ende April“, sagt Dennis Glanz. Generell sei das Frühjahr besonders geeignet für die Pflanzung, denn die jungen Bäume können bei den bald steigenden Temperaturen sofort mit dem Wachstum beginnen.
„Der Schwerpunkt der Pflanzarbeiten liegt in den von den Witterungsextremen besonders betroffenen Wäldern im Süden Niedersachsens“, erklärte Landesforsten-Präsident Klaus Merker.

Neben den etwa 3,5 Millionen Laubbäumen wie Buchen, Eichen, Ahornen und den zwei Millionen Nadelbäumen wie Lärchen, Tannen und Douglasien, die in den gesamten Landesforsten gepflanzt werden, werden sich aber auch unzählige Bäumchen von allein einfinden. „Die Natur sät fleißig mit und das nehmen wir gern an. Doch für die richtige Baumartenmischung, auf die es jetzt ankommt, reicht das allein vielerorts nicht aus“ erläuterte Merker die Einbindung der natürlichen Prozesse. Hier wird „nachgeholfen“, um den Wandel zu beschleunigen.

Auch wenn es nur einen kleineren Anteil am Gesamtprogramm ausmacht, freut sich Merker besonders über den Beitrag von besorgten Bürgern und Unternehmen an den Aufforstungen.

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