23. Januar 2022
Menschen

Viele Stimmen, ein Thema: Porträts zur Pandemie

Fotoinstallation in der Magnikirche zeigt 133 Menschen und ihre Gefühle

Stellten die Videoinstallation vor (v.l.) Magni-Pastor Henning Böger, Lisa Schnepel, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, und Fotograf Klaus G. Kohn  Foto: Birgit Wiefel

Magniviertel. Klaus G. Kohn mag Menschen. Vor allem die, die nicht im Rampenlicht stehen. Der Fotograf hat schon Obdachlose porträtiert, psychisch Kranke oder Kinder, die in Armut aufgewachsen sind. Jetzt hat 64-Jährige ein neues Projekt am Start: Eine Fotoinstallation in der Magnikirche. Unter dem Titel „Corona-Statements“ zeigt sie bis zum 28. Februar 133 Menschen, die ihre Sorgen, Hoffnungen und Wünsche zu Corona laut werden lassen – bekannte Gesichter wie den Erzähler und Journalisten Andreas Döring, aber auch Erzieher, Lehrer, Kinder und Jugendliche aus dem Quartier.

„Eine Herausforderung“, sagt Pastor Henning Böger von der Magnigemeinde über das Shooting, das zwischen November und Dezember 2021 stattfand. Denn: Nicht nur die Porträtsituation sei für viele ungewohnt gewesen. „Auch die komplexen, zum Teil widersprüchlichen Gefühle mussten in einem einzigen Satz zusammengefasst werden.“

Mit Fingerspitzengefühl und viel Erfahrung gelang es Kohn, seine „Models“ aus der Reserve zu locken. Zum Beispiel Lisa Schnepel, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Wie die anderen wurde sie nicht mit Vorgaben überfrachtet oder in eine bestimmte Richtung gedrängt. Ob sie die Maske aufbehalten oder in die Hand nehmen wollte, ob sie lieber lächeln oder ernst bleiben wollte – es war ihre Entscheidung. Auch, was auf das Schild kam, das sie in der Hand hielt. „Es gab keine Schere im Kopf“, sagt Henning Böger über die Wahl des Statements. „Quarantäne für immer?“ steht auf Lisas Schnepels Schild. „Für mich ist wichtig: Wie gehen wir mit der Pandemie um, von der wir nicht wissen, wie lange sie dauert? Ziehen wir uns zurück und lassen uns unterkriegen oder nutzen wir unsere Phantasie und suchen nach Lösungen?“, blickt sie eher tatkräftig in die Zukunft.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Magnikirche, täglich zwischen 9 und 18 Uhr, besichtigt werden und soll, so Henning Böger, dem Besucher vor allem zeigen: „Du bist nicht allein. Die anderen fühlen ähnlich.“
Weitere Infos im Netz unter der Adresse www.magni-kirche.de.

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