Vier Wände für die Wildbiene

Projekt: Freiwilligenagentur baut Bienenhotels – Start mit Migranten und der Lebenshilfe

Stellten das Bienenprojekt vor (v.l.): Khaleid Rasho-Khalil, Adrian Koschyk (Freiwilligenagentur), Falk Hensel (Freiwilligenagentur), Dr. Christine Arbogast (städtische Sozialdezernentin), Dr. Ottmar Dyck (Freiwilligenagentur) und Dagmar Großkopf (Freiwilligenagentur).    Foto: Birgit Wiefel

Innenstadt. Der Akkubohrer von Khaleid frisst sich surrend in den Ast. Kurz pusten – fertig ist das Loch. „Klasse“, lobt Adrian Koschyk. Koschyk ist Ehrenamtlicher bei der Freiwilligenagentur Jugend, Soziales, Sport. Und die hat in Braunschweig ein Projekt gestartet, das sich bereits in Wolfenbüttel bestens bewährt hat: Der Bau von Bienenhotels. Zum Auftakt flogen in der Güldenstraße bereits die Späne, drei weitere Termine sollen folgen.

„Eigentlich verfolgen wir zwei Ziele: Wir bringen Menschen zusammen, die sonst nie miteinander in Berührung kämen und wir möchten den Wildbienen etwas Gutes tun“, erzählt Oliver Ding, Koordinator bei der Freiwilligenagentur.
An diesem Dienstag bauen Bewohner der Landesaufnahmebehörde und Menschen mit Beeinträchtigungen die Hotels. Vier Größen gebe es, erklärt Adrian Koschyk. „Alle lassen sich ganz leicht zusammensetzen.“ Drei Wände, eine Rückwand, ein Spitzdach: Das war’s. „20 Minuten“, schätzt Koschyk brauche man für den Bau – „auch handwerklich Unbegabte schaffen das“, lächelt er.

Khaleid aus der Landesaufnahmebehörde ist alles andere als handwerklich unbegabt. Sein Bienenhotel hat schon „Richtfest“ gefeiert. Jetzt bereitet er mit der Araberin Nour den Inhalt vor: Mehrere kurze Äste mit jeweils einem Loch in der Mitte. „Ich habe schon mit meinem Vater Bienen gezüchtet“, erzählt Nour.
Die Äste dienen den Bienen später als Nisthöhlen. Und damit beim Vorbereiten nichts schiefgeht, hat die Freiwilligenagentur einen Fachmann als Berater hinzugezogen: Henri Greil vom Julius-Kühn-Institut. Das Bundesforschungs-Institut für Kulturpflanzen plant derzeit zusammen mit der Verwaltung, Braunschweig zur „Bienen-Hauptstadt“ zu machen (die NB berichtete). „Bienenschutz liegt voll im Trend, doch es gibt dabei auch eine Menge Aktionismus, der nicht wirklich weiterhilft“, sagt Greil mit Blick auf die Flut von Angeboten im Handel (siehe auch den Artikel rechts).

Er überwacht bei dem Projekt zum Beispiel, dass die Löcher den richtigen Durchmesser haben, Holzplatten und Äste aus dem passenden Material sind und die Hotels später richtig aufgehängt werden. Wenn es nach der Freiwilligenagentur geht, könnte das Projekt noch ausgeweitet werden, „zum Beispiel in Altenheimen oder Kindergärten“, so Olaf Ding. „Es ist toll zu sehen, wie stolz die frischgebackenen Hotelbesitzer sind, wenn tatsächlich die ersten Bienen kommen.“

Service

Partner des Projekts sind der Garten ohne Grenzen, der Landesverband der Gartenfreunde und die Lebenshilfe. Die nächsten Termine:

• 26. Mai, ab 13 Uhr: Landesverband Braunschweig der Gartenfreunde, Rühmer Weg 50
• 29. Mai, 17 Uhr: Garten ohne Grenzen, Blumenstraße 20
• Ende August (genauer Termin folgt), Garten der Lebenshilfe, Mittelweg 67
Infos unter www.freiwillig-engagiert.de.

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