Vollmann: „Jedes Spiel ein Tanz auf der Rasierklinge“ | Neue Braunschweiger
24. Oktober 2020
Sport

Vollmann: „Jedes Spiel ein Tanz auf der Rasierklinge“

Eine Zwischenbilanz zum Saisonstart: Eintracht mit einigen Baustellen im Kader – Martin Kobylanski bleibt Kapitän

Peter Vollmann. Foto: imago

Braunschweig. Die Anfangsphase der neuen Spielzeit hielt für Eintracht positive wie negative Momente parat. Zwar mussten die Löwen eine bittere Derbyniederlage einstecken, konnten mit dem Pokalsieg gegen Hertha und dem hart erkämpften Heimerfolg gegen den VfL Bochum aber auch zeigen was in ihnen steckt.

„Sicherlich hätten wir noch den ein oder anderen Punkt mehr holen können, trotzdem ist ein Schnitt von einem Punkt pro Spiel in Ordnung“, erklärt Peter Vollmann im Hinblick auf die Startbilanz aus den ersten vier Begegnungen und fügt hinzu: „Die Frage, die wir uns stellen müssen, ist, wie wir noch mehr Punkte holen können. Man hat gesehen, dass wir noch einige Baustellen haben, an denen wir arbeiten müssen, andererseits aber durchaus schon konkurrenzfähig.“

Die Konkurrenzfähigkeit steht und fällt für den Eintracht-Geschäftsführer Sport vor allem mit einer durchgängig hohen Leistungsdichte aller auf dem Platz stehenden Akteure: „Alle Spiele haben gezeigt, dass wir nur dann konkurrenzfähig sein können, wenn alle Spieler auf dem Platz ihre 100 Prozent Leistungsfähigkeit abrufen.“ Daneben sei vor allem Geduld gefragt, sowohl um sich einzuspielen, als auch im Hinblick auf die Akklimatisierung in der neuen Spielklasse. Geht es nach Vollmann, soll dies möglichst schnell geschehen, da die Liga auch weiterhin Herausforderungen für die Blau-Gelben bereithält: „Natürlich war das Auftaktprogramm schwer; es wird allerdings auch so bleiben, da es in dieser Spielklasse keine einfachen Gegner gibt. Jedes Spiel wird für uns zum Tanz auf der Rasierklinge.“

Das Tabellenbild fördert zu so einem frühen Zeitpunkt für ihn noch keine klaren Tendenzen in Auf- oder Abstiegskampf zu Tage: „Es ist zu früh, den Hamburger SV zum Meister zu erklären oder die Würzburger Kickers zum Absteiger. Erst Weihnachten wird man sehen, wer eher oben dabei ist, und wer nach unten schauen muss.“ Für das Wintertransferfenster, dass sich am 1. Januar des neuen Jahres öffnet und bis zum 31. Januar dauert sieht Vollmann wegen des Corona-bedingten späteren Saisonstarts einige Besonderheiten. „Es gibt keine Winterpause, deshalb wird es für vereinslose Spieler schwierig. Die Vorbereitung im Januar fällt weg, sodass der Fokus eher auf Akteuren liegen wird, die vorher schon irgendwo unter Vertrag standen“, so Vollmann, der aktuell bereits den Markt sondiert: „Wir können nicht erst dann beginnen, wenn sich das Transferfenster öffnet.“

Kein Geheimnis ist, dass vor allem der langfristige Ausfall von Niko Kijewski Sorgenfalten bei den Verantwortlichen hervorgerufen hat und auch die Knieprobleme von Suleiman Abdullahi möglicherweise Handlungsbedarf nach sich ziehen. Ob letztlich auf diesen beiden Positionen Veränderungen anstehen, bleibt dennoch offen, da Niko Klaß und Nick Proschwitz ihre Bewährungschance gegen den VfL Bochum nutzen konnten. „Beide haben es gut gemacht, die nächsten Wochen werden zeigen, wo sich Notwendigkeiten zum Handeln ergeben“, erklärt Vollmann und betont gleichzeitig, dass die Entwicklung des neuformierten Kaders grundsätzlich in eine positive Richtung zeigt: „Wir sind mit unserer Mannschaft nicht unzufrieden, haben allerdings den klaren Auftrag in der Liga zu bleiben. Aus diesem Grund muss man sich als Aufsteiger immer Gedanken machen, ob man für dieses Ziel optimal aufgestellt ist.“

Mit Martin Kobylanski als Kapitän sind die Löwen jedenfalls zufrieden. Trainer Daniel Meyer verkündete vor der Partie gegen Regensburg, dass der 26-Jährige die Binde weiterhin tragen wird: „Wir haben keine Veranlassung gesehen, da noch etwas zu verändern. Es gab ein längeres Gespräch zwischen Koby und mir, in dem wir noch ein paar Dinge ausgewertet und eine Erwartungshaltung formuliert haben. Er ist jetzt in einer Karrierephase, wo es für ihn um viel geht. Wir wollen ihn in diese Rolle rein entwickeln und er macht das gut.“

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