Vollmann mit Trainingslager zufrieden | Neue Braunschweiger
22. August 2020
Sport

Vollmann mit Trainingslager zufrieden

Fußball: Die Corona-Krise belastet Zweitligaclubs finanziell – Der Sportdirektor lobt Suleiman Abdullahi

Bernd Nehrig spielt in den Planungen von Eintracht Braunschweig keine Rolle mehr. Foto: Joachim Sielski/imago

Braunschweig. Nach fünftägigem Aufenthalt im westfälischen Billerbeck sind die Eintracht-Fußballer wieder nach Braunschweig zurückgekehrt. Zum Abschluss stand gestern der Test gegen Dynamo Dresden auf dem Programm, der bei Redaktionsschluss noch nicht beendet war.

„Bisweilen war es schon sehr heiß, trotzdem sind wir mit dem Trainingslager und den Bedingungen sehr zufrieden gewesen“, zieht Peter Vollmann ein positives Fazit. Die mit Corona verbundenen Herausforderungen seien von der Mannschaft, aber auch vom Hotelpersonal mit Bravour gemeistert worden. „Alle haben sich rund um die Uhr professionell verhalten, dafür ist bei allen Beteiligten eine große Disziplin erforderlich gewesen“, lobt der Eintracht-Sportdirektor den Ablauf, in den sich mit Felix Dornebusch, Suleiman Abdullahi und Iba May gleich drei neue Kräfte integrierten, die kurzfristig verpflichtet worden waren.

Die Corona-Krise macht es den Vereinen laut Vollmann nach wie vor schwer, eine Normalität in die so wichtige Phase vor der Saison zu bringen: „Wir hatten gehofft, zumindest zum Saisonstart wieder einige Zuschauer begrüßen zu dürfen, das ist jedoch noch in weiter Ferne.“ Die dadurch fehlenden Einnahmen strapazieren das Budget zusätzlich. Dennoch muss der Eintracht-Sportdirektor abwägen, ob ein gewisses wirtschaftliches Risiko nicht angebracht ist: „Natürlich versuchen wir die richtige Balance zu finden und Augenmaß walten zu lassen. Allerdings müssen wir auch zusehen, dass wir von Beginn an sportlich mithalten können.“

Gemeint ist damit vor allem die Verpflichtung von Neuzugängen, ohne alle „Streichkandidaten“ zuvor von der Gehaltsliste bekommen zu haben. Gespräche mit mehreren Wechselkandidaten sollen im Anschluss an das Trainingslager geführt werden. Zuvor hatte der Verein bereits Orhan Ademi und Bernd Nehrig mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihnen plane: „Wir müssen die Sache ohne Fußballromantik betrachten, weil uns eine knallharte Saison erwartet und Corona uns wie alle anderen Vereine auch finanziell zusätzlich belastet. Natürlich haben die Spieler ihre Verdienste, das darf allerdings nicht der Maßstab für unsere Entscheidungen sein.“
Verkäufe von Leistungsträgern seien jedoch nicht geplant. Auch für Martin Kobylanski bekam Vollmann nach einem kolportiertem Interesse vom 1. FC Heidenheim keine Offerte auf den Tisch: „Niemand ist diesbezüglich an uns herangetreten.“

Vom Rückkehrer Suleiman Abdullahi weiß Vollmann indes Positives zu berichten: „Unser Teammanager Holm Stelzer hat mir gesagt, dass Manni deutlich offener auf Menschen zugeht als noch vor zwei Jahren. Außerdem kann man sich mittlerweile sehr gut auf Englisch mit ihm unterhalten. Ein Spieler wie er braucht das Gefühl des Miteinanders.“ Allerdings warnt er davor, den talentierten Leihspieler von Union Berlin mit überzogenen Erwartungen zu konfrontieren: „Bei aller Qualität, die er individuell besitzt: Es kommt auf die ganze Mannschaft an. Wir wollen über die Geschlossenheit erfolgreich sein.“

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