1. März 2022
Buntes

Vom Expo-Trubel nach Thailands Ballermann

Auszeit vom Alltag: Redakteur Torben Dietrich ist sechs Monate unterwegs

Gläserne Paläste: Dubai präsentiert sich auf der Expo 2020 in bestem Licht. Foto: Torben Dietrich

Sprechende Mülleimer und Toiletten, dezente Dauerbeschallung auf den Fußgänger-Magistralen und eine beinahe klinische Sauberkeit: Auf der EXPO 2020, die derzeit auf dem Messegelände von Dubai nachgeholt wird, kommt tatsächlich die ganze Welt zusammen. Was sehr schön ist, allerdings auch (nicht nur wegen Covid) etwas steril wirkt.

In Dubai kann man viel über die Welt lernen: dass Geld noch immer die bestimmende Kraft ist und die Menschen dazu veranlasst, ihr Land zu verlassen, um in der Fremde zu arbeiten. Dass ein Staat – oder in diesem Fall – ein Emirat fast alles tut, um in der globalisierten Welt eine Rolle zu spielen und positiv wahrgenommen zu werden. Und damit attraktiv für Investitionen wird. Was auch sein Gutes hat: Katharina erinnert sich an ihren Dubai-Aufenthalt vor 20 Jahren. Als sie sich daran orientieren wollte, wie sich die Frauen hier kleiden – und schlichtweg keine Frauen in der Öffentlichkeit fand.
Im Jahr 2022 gibt es auf der Expo einen „Women’s Pavillon“, der die unersetzbare Rolle der Frauen im weltweiten Fortschritt der Menschheit thematisiert und auf das unverletzbare Recht der Gleichbehandlung hinweist.

Sicher, das ist wohl Teil einer schönen Fassade, die eine immer noch autoritäre Regierungsform verbirgt. Aber heute sind Frauen selbstverständlich Teil der Öffentlichkeit und auch keinerlei Bekleidungsvorschriften unterworfen, die nicht auch für Männer gelten. Eine Frau aus Saudi-Arabien bringt ihre Perspektive auf den Punkt: „Dubai ist für mich wie Disneyland! Ich kann ohne Hijab auf die Straße gehen und anziehen, was ich möchte, ich kann Auto fahren oder ein Business eröffnen.“

Auf dem Expo-Gelände besuchen wir den australischen Pavillon. Wenn wir im Moment schon nicht dorthin reisen können, dann wenigstens das. Einmal kurz „G´Day“ sagen, einmal die Vielfalt und den Spirit des Landes mitnehmen. Stattdessen haben wir uns nun entschieden, nach Thailand zu reisen. Die Schlange vor dem entsprechenden Pavillon ist zu lang, schade.
Zwei Tage später sitzen wir in einer Mini-Bar auf der Insel Phuket, Thailands Ballermann. In der Altstadt schieben sich Touristenmassen aus Europa durch die wichtigste Marktgasse, Mopeds brettern über den Seitenstreifen und überall dazwischen. Die Thais sind wirklich freundlich und die Strände von Phuket sehr schön. Auf der Insel können wir uns im Rahmen der „Sandbox“-Quarantäne überall frei bewegen, nach einer Woche dürfen wir auch andere Teile des Landes bereisen.

Wir lernen einen Engländer kennen, der seinen Job als Postbote hingeschmissen hat. Der neue Chef, das englische Wetter – er hatte ein paar Gründe, jetzt mal alles hinter sich zu lassen und sich ganz weit weg neu aufzustellen. Und er wirkt völlig gelöst, heiter. Als wir abends beim Reisbier zusammen sitzen, kommt eine Push-Nachricht aufs Smartphone: Australien öffnet seine Grenzen wieder. Katharina und ich schauen uns an ..

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